Ein Sommernachtstraum- Das Logbuch der Loth Lorien 26.- 30.07.2010

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Tag 7:  Hamburg

Sicherlich fragt Ihr Euch “Warum beginnt sie am Ende der Reise mit dem Schreiben?” Diese Frage ist berechtigt.  Im Mai verliessen wir die Hendrika Bartelds nach 8 unvergesslichen Tagen mit dem Gedanken ‘Brennt diese Woche fest ein in Euer Gedächtnis, es wird niemals wieder so schön werden wie auf der ersten Reise. Im Volksmund heisst es das unvergleichliche Ereignisse nie wieder kommen. Ich sitze hier in Hamburg. Ein köstliches Glas Rotwein steht vor mir auf dem Tisch, Hermann van Veen säuselt mir seine Weisheiten ins Ohr und ich? Ich suche seit Stunden nach Worten um diese vor einem Tag zu Ende gegangene Reise in Worte zu fassen. Schwer fällt es mir, so atemberaubend, so unwirklich und real zugleich waren die 5 Tage auf der Ostsee. Wir badeten im vom Wind verlassenen Meer, kristallklar das Wasser,  bestaunten Schweinswale und Tümmler, schauten verträumt den Möwen hinterher, wakeboardeten neben dem Schiff, reparierten Generatoren und Beiboote, wagten uns im Mondschein auf eine Wakesession, trotzten dem Sturm und setzen die Segel bei 6 Windstärken, liessen uns von den rollenden Wellen verzaubern, tranken den Rum und chillten im Klüvernetz. Wie kann ein Schreiber all diese Erlebnisse in Worte fassen, ohne dabei langweilig und prophan zu wirken? Ich will es versuchen und beginne nun mit dem ersten Tag!

Tag 1: Hamburg- Kiel- Bagenkop

Der Wecker schreit so unermüdlich an diesem grauen Morgen in Hamburg. 07.00 ist zu früh für mich. Habe ich doch bis spät in die Nacht den Worldcup in Sankt Peter aufbereitet, drei Artikel verfasst und alles mit einem immer wieder abstürzenden Laptop. Es ist 07.00 Uhr- der Wecker spielt zum dritten Mal dieses grauenhafte Gedudel. Der Wunsch sich einfach umzudrehen und weiter zu schlafen ist übermächtig. Es geht nicht. In 2 Stunden stehen 31 abenteuerlustige Kitesurfer, ein Koch und seine Familie in Kiel am Thiessenkai und warten auf mich. So rolle ich mich mit gebremster Geschwindigkeit aus dem Bett, schleppe mich in die Dusche und lasse heisse Nadeln meinen Körper erwachen. Gott sei Dank! Es hilft. Mit wenig Verspätung hol ich Jess ab und wir machen uns auf den Weg. 5 Tage Kiten und Segeln liegen vor uns. Der Himmel ist noch immer etwas bedrückt. Wir geben die Hoffnung auf Sonne nicht auf. Irgendwo zwischen Hamburg und Kiel fällt uns auf , das wir weder Navi an Bord haben, noch einen Stadtplan, geschweige denn Routenplan mitgenommen haben. Nach einer ersten Schrecksekunde vertrauen wir darauf das der Kai ausgeschildert sein wird. Wir passieren das Ortseingangsschild von Kiel und fahren drauflos. Schnell merken wir das es so nicht geht. Kurzerhand wird die Apotherkerfrau interviewt, wo wir lagfahren müssen. Zu dumm, das diese so überhaupt gar keinen Plan hat. Prompt finden wir uns irgendwo im nirgendwo an der Kiellinie wieder. ‘Verdammt! Die Zeit rast voran und wir haben keinen Schimmer, wo die Loth am Kai auf uns wartet’. Hektische Telefonate mit bereits am Ziel angekommenen Freunden. Ungefähr Acht U-Turns in der montäglichen Rushhour später, haben wir den Liegeplatz dann auch erreicht. Die Meute erwartet uns bereits. Der Koch ebenfalls, ziemlich nervös, weil der Grossist noch nicht am Start ist. Mein Schlafmangel der vergangenen Wochen verhindert ein Aufwallen der Emotionen. Ich bleibe gelassen.  Da wir eh noch nicht an Bord können , hat alles noch ein bisschen Zeit.

Plötzlich geht dann doch alles sehr schnell. Die Kites und Boards und Taschen werden an Deck geschafft. Ich bin dankbar um die Erfahrungen vom Maitrip. Boards bleiben an Deck und werden fixiert. Der Rest findet seinen Platz in den Kajüten und im Salon. Ich weiss gar nicht ob die Loth nun wirklich viel kleiner als die Hendrika ist oder nicht. Auf jeden Fall sehr viel anders.  Das beginnt eigentlich schon mit der Kabinenverteilung. Sporadischer, nicht weniger gemütlich- so eine sechser- Kajüte inclusive Gepäck verströmt einen aussergewöhnlichen Duft an Gemütlichkeit.  Ich bin noch immer in einem Status zwischen wachwerden wollen und weiterschlafen können. Hannes stellt sich vor. ich begrüsse ihn fröhlich, drehe mich um und frage meinen Kopf ‘Hannes? Hannes? Haben wir Hannes auf der Liste?’ ‘Nö- antwortet meine linke Gehirnhälfte, haben wir nicht.’  ‘ Hmmm- na da bin ich mal gespannt, was ich verpeilt und vergessen habe’ Meine Müdigkeit verhindert aufsteigende Panik. einen Vieterlstunde später entpuppt sich Hannes in Johannes und alles läuft wieder nach Plan. Die Crew der Loth steht breit grinsend im Steuerhaus, während wir ihr Schiff mit all unserem Equipment entern. Sie bleiben gelassen. Ein gutes Zeichen. Um zwölf legen wir ab. Kurzer Schlagabtausch mit dem Skipper und wir peilen aufgrund der Windprognosen( können Flauten eigentlich als Prognosen betitelt werden?) Bagenkop an. Kurs ist Nordost, wir setzen Segel und werden auf der Hälfte der Strecke von der Flaute im wahrsten Sinne des Wortes erlegt. Segel einholen, Motoren an und weiter gehts.  32 Trainees chillen an Bord, pennen im Klüvernetz, schwatzen ein bisschen und geniessen den Sommer. Nach der Suppe am frühen Nachmittag ein Badestopp inmitten auf der Ostsee, das Beiboot wird gewassert, wir kramen die Boards raus und starten eine wakesession. Am frühen Abend erreichen wir Bagenkop. Malerisches Örtchen an der Südspitze Langelands. Ausgezeichnetes Badewasser, sanftes Licht, ein alles überragender Kirchturm erwarten uns. Wir schlendern durchs Dorf in den Abend hinein. Abendessen und nochmal kurz die Wakeboards an die Füsse. Nicht kiten und nicht segeln, chillen und plaudern, die Kurzweiligkeit sind super- aber Abendsport in den Sonnenuntergang hat ebenso seinen Reiz.

Ein fast voller  Mond steigt am Himmel empor und  schaut mit erstauntem Gesicht auf uns herab. Der Rum entert die Tische und wir geniessen den Sommer. Der Klang  leise den Bug umspielender Wellen schleicht sich in unsere Herzen. es wird Nacht. Morgen ist ein neuer Tag.

Logbuch Tag 2 Bagenkop – Faborg

Morgens um halb acht. Das Schiff schläft noch. Ich habe eine Verabredung zum Morgenbad im Meer. Noch bettwarm gebe ich mich der Ostsee hin. Klarer können Wasser nicht sein. Eine unwirkliche Stille umgibt mich, nur unterbrochen vom Geräusch unserer Arme, wenn wir das Wasser durchpflügen. Ein spätes Frühstück, begeben wir uns in Richtung Aero. Wie gerne würden wir segeln und diesen ewig tuckernden Motor ausschalten.  irgendwie finde ich mich ständig wieder in der Nähe des Skippers. Mit fragenden Augen steh ich vor ihm ‘Wo ist der Wind hin? Was können wir tun , um ihn aus Lethargie zu befreien?’ ‘ Achselzucken ist die Antwort, ein Grinsen “Hmmm- wir könnten wakeboarden. Nicht mit dem Beiboot, sondern mit dem Segelschiff.”  “Echt? Wie geht das  denn?” ” Ich laufe mit 10 Knoten, dann passt das. ” Ganz kann ich es nicht  glauben. Die Unbekümmerheit unseres Kapitäns überzeugt mich  und ich schicke den nachmittäglichen Schlachtruf in die Runde.

Die Meute ist extremst gechillt. Der Andrang am Seil, welches wir am Mast befestigt haben ist anfangs eher verhalten. Nach und nach aber stehen sie Schlange am Seil. Plötzlich entdecke ich Schaumkronen am Horizont, mehr und mehr und mee(h)r werden sie. Ich stürme ins Steuerhaus und entscheide atemlos. ”So schnell es geht nach Faborg. Damit die Piraten heute noch kiten können” Mein ‘Bitte’ schiebe ich fünf später nach!  Wir legen in Faborg an, diesem so niedlichen Städtchem am Südzipfel Fyn’s. Das Dingi wird beladen und wir setzen über zum Beach. Was auf den Seekarten weniger auszumachen war, ernüchtert die Piraten rasch. Luvstau, schnell abfallendes Wasser, der Einstieg mit Kite und Bord ist nur über einen Badesteg möglich. Die Erfahrenen Kiter versuchen es trotzdem, der Rest von der Loth will auch an den Strand. Da macht das Beiboot schlapp. Zweimal müssen wir paddeln.

Aller Stuff liegt nun am Strand von Bagenkop, das Beiboot gibt keinen Laut mehr von sich. Mehrfaches Ziehen an der Startleine, beantwortet der Motor mit launischem Grunzen. Es hilft nichts. Wir brauchen Hilfe und  begeben uns per pedes in Richtung Hafen zurück, vorbei an liebevoll gepflegten Gärten, herrschaftlichen Häusern, Menschen die nach dem Bürotag noch einen Spaziergang am Meer absolvieren. ‘Was hat der Motor nur?’ fragen wir uns.  Fehlt ihm Luft, hat er sich an den Wassern der Ostsee verschluckt, waren wir ihm gar zu schwer?’ Skipper Frank ist traurig. Den ganzen Tag hat er mit grossem Vergnügen registriert , das wir Spass am wakeboarden auf dem Meer hatten. Abends wollte er sich seine private Wakesession nach Feierabend gönnen. Stattdessen muss er dafür sorgen das seine zahlenden Gäste ein funktionierendes Dingi an Bord haben.  Ich verspreche ihm, wenn das Beiboot wieder flott ist am heutigen Tag, dann geh ich noch einmal mit ihm wakeboarden.  Nicht ahnend das mein Versprechen mit dem Erstrahlen des Vollmondes über der dänischen Südsee eingeklagt wird. Es wird eines dieser unvergesslichen Erlebnisse. Nachts um Zwölf tuckert das Dingi wieder sanft vor sich hin. Wir ziehen uns um, Markus wird zum Steuermann auserkoren, still, stolz, erhaben und ein bisschen staunend steht der Mond am Himmel, als wir zu zweit die von ihm gestreuten Lichtseen durchpflügen. Eine lange Nacht folgt, irgendwann im Morgengrauen schlafe ich ein mit dem Wissen das morgen mein siebeneinhalber am Start sein wird.

Tag 3 Faborg- Lyo

Noch ist der Wind verhalten, als ich uns den Kaffee mixe und das Porridge geniesse. Wir starten morgens in Faborg und nehmen Kurs auf das nahe gelegene Lyo. Die Vorhersagen der Wetterdienste versprechen Sturm. Wir vertrauen darauf,  segeln um Lyo herum, reservieren uns einen Platz am schmalen Steg. Einem kurzen Segeltörn folgt ein Kitenachmittag der Extraklasse. Meine Wenigkeit ist inzwischen so gechillt, das Kiten auf den Abend verschoben wird. Ich penne einfach mal ein paar Stunden und verleihe meinen Stuff für die Zeit. Das hat natürlich den extremen Vorteil das ich nichts aufbauen muss, als ich zwei Stunden vor dem Abendessen den Beach betrete. Lyo ist ein Traumspot, fernab jeglicher Autobahnanbindug finden sich hier auch in der jetzt herrschenden Hochsaison keine Kiter.  Wir entern den Beach und liefern den herbeieilenden, staunenden Sommergästen einen kurzweiligen Abend. Von Schlamm- über Flaschengrün hin zu türkis schimmert das Meer. Die Wasser werden geschnitten. Ich kreuze auf zur Loth und cruise wild winkend an Salon und Steuerhaus vorbei.  Diese unglaubliche Kulisse. Tief fliegende Wolken, aufgewühlte See und die Loth knarzend und schwankend am Kai. Irgendwann schmeisse ich mich mit lahmen Armen an den Tisch , genehmige mir eine kurze gedankliche Pause und tauche ein in den abendlichen Plausch auf der Loth Lorien. Sanfte Klänge schallen über die Ostseee, der Duft von Minze kokettiert mit dem des Rums.  Heute gehen wir alle früh schlafen, wollen wir doch am morgigen Tag , morgens noch wieder kiten gehen. Als ich die Weiten meiner Träume entere hat der Wind den Startschuss zum Sommeroratorium gegeben. In den Tauen und Seilen der Loth zerrt, singt und geigt es zugleich. Grandios so einzuschlafen, geborgen , umarmt , behütet.

Tag 4 Lyo – Kappeln

Das Konzert des Windes hat die ganze Nacht gehalten. Um sieben bin ich am Start und werde mit einer Morgenballade vom Himmelsorchster  begrüsst. Noch immer hängen die Wolken tief und wälzen sich über die meerenge zwischen Lyo und Fyn. Die Sicht ist besser und der Regen hat aufgehört.‘Gut!’ denke ich bei mir. Statt 7,5 heute der grosse Bruder. Am Horizont , irgendwo da hinten an der Spitze Lyo sehe ich einsam ein paar Kites ihre Bahnen ziehe. Die Inselumrunder sind also schon unterwegs. Bis zum Frühstück genehmige ich mir meinen Spass, wärme mich anschliessend einen kurzen, unvergesslichen Moment, verschlinge das Frühstück und finde mich später mit der Crew in der Stille vor Lyo wieder, zum Kiten lernen. Sie sind gespannt, gelehrig und so verschieden. Der eine will vor dem Fahren Springen können , der andere ist eher an Safety und Drachen beherrschen interessiert. Ein Gewitter  postiert sich am Horizont und klaut den Wind. Die Unterrichtseinheit wird abgebrochen und verschoben. Eine Stunde später brüllt Gevatter wieder aus allen Kanälen. Wir legen ab und nehmen Kurs auf Kappeln an der Schlei. Petrus schickt ein Hauch von Herbst über die See.

Sechs Windstärken schütteln uns, der Skipper lässt die Segeln setzen. Das ist so unglaublich anstrengend, wie spannend, faszinierend, atemberaubend. Während ich mich im Steuerhaus erhole,träumend den Wellenberge hinterher schaue, in meine eigenen Geschichten, erinnerungen und Gedanken eintauche, von dieser Welt wegrücke, stehen die Nachwuchspiraten an der Reling und bejubeln jede Welle. Hier fehlen mir in der Tat die Worte. Rollende , brummedne See und die Loth Lorien mittendrin. In Schräglage werden die Wasser der Ostsee durchpflückt.Wie gut das wir alles seefest vertäut, geschnürt und weggeräumt haben.  Spät am Abend erreichen wir Maasholm und die Schleimündung. Endlich kann der Koch wieder anfangen zu zaubern. Der Jacuzzi wird angeschmissen und als wir Kappeln erreichen, sprudeln aus unseren Mündern Worte wie ‘ marvelous’ ‘ Incredible’- unglaublich. Der letze Abend an Bord beginnt und wird erst früh am Morgen enden. Wir sind gestoked. Voll mit Adrenalin und Freude, erwarten wir den letzten Tag unseres Abenteuers.

Tag 5 Kappeln – Kiel

Um 07.00 ist diese kurze Nacht vorbei. Die Loth Lorien muss einem Frachter mit Kalk an Bord Platz machen. Alles läuft reibungslos, die Generatoren, der Skipper und wir. Nur der Schleusenwärter hat verpeilt, das neben dem Frachter, welcher einläuft, die Loth den Hafen gerne verlassen würde. Just in dem Moment, als wir Kurs auf die Schleuse nehmen, schliesst sie sich wieder. Die lapidaren Worte des Schleusenwärters ‘Das wusste ich nicht, das Ihr noch rausfahren wollt’ finden wir weniger witzig. Der Generator gibt zum Protest auch noch den Geist auf. Mit zweistündiger Verspätung nehmen wir Kurs auf Kiel und müssen unseren ursprünglichen Plan vor Laboe zu ankern und dort zu kiten verwerfen. Der Wind ist flott am Start. Wir setzen die Segln, entern das Klüvernetz, bestaunen das Spiel der Wellen.

Nachmittags erreichen wir alle völlig ermattet den Thiessenkai in Kiel. Schnell machen wir klar Schiff, zumindest versuchen wir das zu tun, was man tun kann, wenn das Wasser nicht mehr geht und der Generator streikt.

Fünf traumhafte Tage neigen sich dem Ende, ein jeder wird melancholisch und hängt seinen Gedanken nach. Wir verabschieden uns und während wir unsere Lobeshymnen auf den Trip anstimmen, wird eine Idee geboren.

“Nächsten Sommer wieder” ist der meistgehörte Satz zum Abschied!

Tag 7 : Hamburg

28 Stunden bin ich jetzt wieder in der Zivilisation. Es fällt mir schwer anzukommen, ich stromere durch die Stadt, unwirsche Gesichter tangieren mich nicht, unhöfliche Worte überhöre ich. Ich habe heute Morgen Reissaus ans Meer genommen und während ich vier Stunden dort oben dem Mee(hr)verlangen nachgab beschlossen. ‘ Natürlich wird es einen zweiten Sommernachtstraum geben’ Diese Tage dort draussen, bestimmt vom Wind, den Wellen, der Sonne und unserem Lachen müssen wiederholt werden. Es sind unbezahlbare, ewig sich in unsere herzen einbrennende Erinnerungen.  Keine Verantwortung und kein Organisationsstress auf dieser Welt können so gross sein, das dieses Abenteuer nicht ein weiteres Mal bestritten werden sollte.

Ich danke allen meinen lieben Mitpiraten, ohne Euch wäre auch dieser Törn niemals das geworden, was er schlussendlich war- ATEMBERAUBEND schön.

Ich danke Dominik dem Koch, der nicht ein einziges Mal gemault hat, als der Strom zum Kochen wieder fehlte und unter widrigen Umständen Sternemenüs zauberte. Ich danke Frederik für seine Unbekümmerheit, Ben und Hendrik- ihr habt uns gezeigt das die Jugend einfach Klasse ist! Alicia für ihr Lachen. Ich danke Maaike und Laura, dem Skipper Frank- Ihr wart sooo unglaublich und habt uns einfach ertragen. Ich danke meinen Freunden Maren, Mirko, Henning, Jess, Iven. Ich danke Marcel und Holger, Patrick und Maik für die Whirlpoolaction und das Safetytrainig. Ich danke all denen die ich vorher gar nicht kannte und die mich mit echten Charakteren überraschten.

Abschliessend möchte ich mit den Worten des Skippers ‘ Ich habe noch immer eine Gänsehaut, wenn ich an Euch und diesen Trip denke’ verabschieden.  Eigentlich hätte es für das Logbuch nicht mehr Worte bedurft.

Wir sehen uns 2011 , wenn es heisst Kite the Baltic- ein Sommernachtstraum mit der Loth Lorien.

Pics: Danke Mirko Bennetz

Spendensegeltörn 2011

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Glaube ich dem Ticker so ist es schon wieder mehr als 40 Tage das wir von Bord der Hendrika gingen. Vollgepumpt mit grandiosen Bildern, Erlebnissen, berauscht von der Weite und Einsamkeit, beseelt, entspannt und erholt.

Heute nun habe ich den Vertrag für 2011 unterschrieben. Ein paar Wochen habe ich gezögert und das Feedback abgewartet und ein wenig die Resonanz analysiert. Diese ist durchweg positiv. Manch einer fragt gar vorsichtig an, ob überhaupt noch Platz ist. Es ist Platz- wie ihr unter dem Menüpunkt ‘Wir suchen Paten’ sehen könnt, haben wir noch Platz. Einige Teilnehmer der letzten Tour können sich leider aufgrund der beruflichen/familiären Situation nicht so frühzeitig festlegen und haben ihre Plätze, wenn auch schweren Herzens, zur Verfügung gestellt. Wer nun Interesse verspürt und Bock hat dieses besondere Abenteuer mit uns an Bord der Hendrika zu erleben, der melde sich bitte via Mail unter s.schmidt@vivaconagua.org  an. Er bekommt dann alle Antworten auf seine Fragen und das Anmeldeformular zugesandt. Wer Interesse an einer Patenschaft über die Seemeilen verspürt, darf sich ebenfalls gerne via oben erwähnter Mailadresse melden.

Denn auch 2011 werden wir wieder segeln und kiten für einen Brunnen in Afrika. 2010 hat das Geld für eine halbe Brunneneinfassung gereicht, 2011 ist unser Ziel die andere Hälfte zu finanzieren. Jede zurückgelegte Seemeile ist ein Eurocent für den guten Zweck. 

Informationen zu Viva con Agua de St. Pauli findet ihr hier

Bis dato haben sich als feste Supporter F.one Pro Shop in Hamburg, LemonAid und Aloha angemeldet. schwerelosigkeit ist ebenfalls mit von der Partie.

Kosten für den Törn inclusive der super Verpflegung unserer Küchenfeen, der Motorstunden und dem Schiffsaufenthalt, dem Spass und Lachen belaufen sich auf €520.

Das war 2010 in bewegten Bildern!

Kite the Baltic- der Film

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Endlich fertig und ich kann mich nicht satt sehen. Kite the Baltic, der Spendensegeltörn, endlich in Bild und Ton. Danke an kai lenz Videoproduktion und naturalmente dem F.one Pro Shop  in Hamburg.

Review einer unglaublichen Reise

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check out www.kite-the-baltic.de

Seit mehreren Tagen stromere ich durch diese Stadt, Autohupen- ich erschrecke, Sirenengeheul ich muss mir die Ohren zuhalten, innerlich noch irgendwo inmitten der dänischen Südsee, diese unbeschreibliche Klarheit im G

eiste und vor Augen, die Ruhe, der untergehende Mond- glutrot, die sich durch morgendlichen Dunst kämpfende Sonne- als das ist noch so sehr präsent. Meine äussere Hülle ist damit beschäftigt den lauten Alltag abprallen zu lassen. 8 unvergessliche Tage liegen hinter uns.

Wir segelten und kiteten insgesamt 4478,80 Seemeilen

Der Gesamterlös unserer Aktion beträgt € 770,00

Wir danken den Teilnehmern und Meilenpaten für die grosszügige Aufstockung der Meilencents!

1. Marcel für Quicksilver 159,8 Seemeilen

2. Axel für Architektur Schwarzl 157,6 Seemeilen

3. Jochen für Surf Service Graz 152,1 Seemeilen

Vom 16.05.2010 – 23.05.2010 enterten 34 Kitesurfer den 3 Mast Gaffelschoner Hendrika Bartelds und nahmen Kurs auf die dänische Südsee. Von Kiel nach Aerosköbing, wo in den Sonnenuntergang gerockt wurde, dann nach Aero einen Downwinder vom Beach zum Schiff absolvieren, weiter nach Faborg, diesem malerischen Städtchen an der Südspitze Fyns, den Düseneffekt zwischen Fyn und Lyo perfekt genutzt und erneut eine grandiose Sundownsession hingelegt, von Lyo aus der Windflaute versucht auszuweichen und Maasholm angesteuert, mit Tümmlern gespielt, wakeboarden waren wir – mitten auf der Ostsee in Wasser so klar wie Kristall, noch einen Sonnenuntergang. Wir erweckten Aufsehen auf kleinen Inseln, wurden von einheimischen Kitern bestaunt, überall begrüßten uns Menschen in den Häfen, freundlich, lachend, lustig. Wir setzten die Segel, wir rafften die Segel, enterten mehrmals täglich die Klüvernetze, sei es um zu chillen oder die Fokker einzupacken, Seemannsknoten können wir nun, wissen was Braam und Marssegel sind, fürchten das Schoner- Gross- und Besansegel, lieben unsere Kochfeen und ihren Grünkernbraten über alles. Wir entdeckten neue Horizonte, bauten unsere Kites an einsamen Stränden auf, durchpflügten türkis schimmerndes Wasser, wachten die Nächte durch auf Ankerreede mit einem starken Kaffee über den Mond, die Sterne und den Schlaf der Mitpiraten, leerten die Fässer mit Bier und Rum, lauschten dem Saxophon des Bootsmannes, den Gitarrenintros der musikalisch Begabten Surfer, Ernie das Faltfahrrad wurde zu Ortserkundungen und Brötchenkauf ausreichend strapaziert, Möwengeschrei am Morgen, Wellenklänge in den sanftesten Melodien am Abend. Eine einzigartige, unglaubliche Stille, Ruhe und Weite senkte sich jede Nacht über uns, am Morgen brachen sich Sonnenstrahlen ihren Weg in Gesichter und Herzen. Wir danken unserer Abenteuerlust für die atemberaubensten Tage seit Langem. 8 Tage auf der Ostsee liegen hinter uns, 8 Tage prall gefüllt mit Abenteuern, beeindruckenden Bildern, rasanten Kitesessions, Wendemanövern an Board, Action, Lachen, Spaß und Freude. Ziel des Trips war es neben Erholung und dem Kiten möglichst viele Meilen kitend und segelnd zurückzulegen. Jede Meile wurde in einen Eurocent umgewandelt und fließt in ein Brunnenbauprojekt des Hamburger Charityprojektes Viva con Agua de St. Pauli, welches sich dafür einsetzt das Menschen in Entwicklungsländern Zugang zu sauberem Trinkwasser erhalten. Denn Wasser ist Leben! Viva con Agua baut dafür Brunnen, die den Zugang zu sauberem, lebensbejahenden Trinkwasser ermöglichen.

Unsere Paten übernahmen den Wert unserer Meilen und allesamt stockten gehörig auf. So dass am Ende ein hübsches Sümmchen auf das Konto von Viva con Agua de St. Pauli fliessen wird.

Wir alle danken den Firmen, Supportern und privaten Unterstützern.

Und weil es so wunderbar war, werden wir 2011 am 22.Mai erneut in See stechen!

Logbuch die letzten Stunden…Finale in Kiel

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Maasholm – Kiel Kurs 180° Süd Seenebel, 3 Bft abnehmend NW, Luftdruck 1028 hPa gleichbleibend

Eine gewisse Flautenlethargie macht sich breit, wir alle schlafen sehr viel länger als die vergangenen Tage. Dicker Seenebel hängt über der Schleimündung als ich die Treppen in die Messe hochstolpere, so grandios der Sonnenuntergang gestern , so novembrig trüb dieser Morgen. Ernie erwartet mich und wir düsen fröhlich pfeifend Richtung Bäcker.

“60 Brötchen hätte ich gerne. Je 10 von einer Sorte bitte und ein Abendblatt.” Nach 8 Tagen Abstinenz Kontakt zu den Grossereignissen der Welt. Ich bin gespannt wie die Piraten das annehmen. Brötchen werden in grosse Tüten geschaufelt, langes Rechnen und die bange frage “Kommen Sie morgen früh etwa wieder?” Ich sehe schon – grosse Gruppen sind nicht nur auf Aeroskobing für eine gewisse Aufregung , sondern auch hier im beschaulichen Maasholm. Ein spätes Frühstück, Ratlosigkeit ob der vorliegenden Windforecasts- es herrscht Flaute, für Segler und Kiter gleichermassen. Da wir zurück nach Kiel müssen, entschliessen wir uns heute das Reiseendziel anzusteuern. Die Klüver werden gesetzt und es geht los. Pfingstlicher Segeltraffic in ungekanntem Ausmass präsentiert sich uns. Schon jetzt sehnen wir uns in die Einsamkeit Dänemarks zurück. Wie auf einer Perlenschnur ziehen sich die Segler die Schlei hinauf in Richtung Ostsee. Die Loth Lorien passiert uns - ein fröhliches Winken und Jubeln. Irgendwann hat dann die Sonne den Kampf mit dem alles verschleiernden und in Watte packenden Dunst geschafft. Chillen an Bord steht an und Pläne schmieden für den Abend in Kiel. Grosse Party oder leises bescheidenes Championslegue schauen im transportablen TV. Nachmittags eine Wakesession bis die Fahrrinne erreicht ist. Geschichten wechseln die Seiten, Pläne für kommende Törns werden aus – und weitergesponnen, in Kiel angekommen ein letztes Abendessen in der Messe, der Rum entert den Tisch, das letzte Fass Bier stechen wir an und dann schnappen sie mich. Rechts und links zwei Freunde halten mich fest und 30 abenteuerhungrige Piraten danken mir für die letzten Tage. Ich freu mich, weiss aber auch das es ohne sie niemals funktioniert hätte. Ein Traum wurde gelebt, mein Traum und dann, ich erstarre in Sprachlosigkeit, halten sie mir ein Wavebord vor die Nase, das Wavebord welches mir vor zwei Tagen auf Lyo so viel Spass gebracht hat.

“SabinChe – Blumen fanden wir verwelken, aber das hier – das bleibt!” Ein Kloss im Hals, ich schnappe nach Luft, will mich bedanken, meiner Freude Ausdruck verleihen- es gelingt mir nicht. Immer wieder setze ich an, die aufsteigenden Tränen wissen es erfolgreich zu verhindern. Ich nehm meine rechte Seite und dann die linke von mir in den Arm. “Ihr beschämt mich. Gleichzeitig aber macht Ihr mich auch so unendlich glücklich! Danke ! ich sage Danke!

Ab heute stolzer Besitzer eines Signature 5’0 von F.one, werde ich ab morgen dann hart trainieren, damit meine Moves auf diesem wirklich edlen Brett irgendwann elegant ausschauen. Mit Sicherheit sehr viel ungelenker als es Raphael Salles kann, aber ich werde arbeiten daran!

Die Party ist lang und sehr schön , ich lasse mich fallen in die Musik, das Klatschen der Wellen, den leisen Hauch Wind, die Stimmen um mich herum, die Gitarre wird ausgepackt, ein Saxophon und noch eines. Barmusik auf der Hendrika, sanfte Melodien schicken wir die Förde hinauf. Der Morgen ist am Erwachen als ich meine müden Knochen ein letztes aml in der Koje ausstrecke.

Zwei Stunden später – Wecker klingeln. Piratenleben ist hart, manchmal fast zu hart. Da Ernie mit einem Platten aufwartet, fahren wir mit dem Automobil zum Bäcker. Ein letztes Frühstück an Bord. Alle sind ein wenig maulfaul heute morgen, hängen den Erinnerungen nach und freuen sich auf Wind am Nachmittag. Vor der Kitesession allerdings steht “Klar schiff” an. Küche wird gereinigt, die restlichen Lebensmittel gehen an die Kieler Tafel und das übriggebliebene Nutella ( 4 Gläser) an uns. Deck schrubben, Betten abziehen und beziehen, die Massen an Stuff werden auf den Kai geschleppt, das Leergut. irgendwann sind die Busse voll gepackt und die Karawane setzt sich in Bewegung. Das Ziel ist die andere Seite der Förde. Hier begann unser Trip, hier soll er mit einer Foto-Filmsession enden. 30 kiter fallen auf den Spot ein, misstrauisch beäugt von den Lokals. alles friedlich, wir haben Spass in unserer inzwischen zusammengeschweissten Gemeinschaft. Annika besorgt uns eine 1A Spoteinweisung. Kai wird in den Trockenanzug gepackt und es geht los bis fast in den Sonnenuntergang. Irgendwann sind alle einfach nur noch wohlig erschöpft. Ab nach Hamburg und die Zivilisation, eine heisse Dusche und morgen ein neuer Kitetag!

ich danke Euch! ich danke allen. Angefangen von Andreas aus Österreich bis zu Vincent, der liebevoll meine Schnittwunden desinfiziert hat, Kathrin die die Grafik entwarf, Pascale und Gabriel, Patrick, Manni dessen Wecker morgens um 05.00 schrillte und den alle hörten nur er nicht,welcher seinen Fauxpax allerdings mit einer grandiosen Gitarrensession wieder gut machte, Axel  fast der Meilenkönig , Marcel  bester CubaLibre Mixer, Micha der Könner auf dem Waveboard, Torsten – ein toller Freund, Christiane -Kiterin mit ungeahnten SaxophonFingerfertigkeiten,  Selma die Heldin beim FoggerSegel einpacken, Jochen  Kitemafiosi, Eva die Teebringerin am Spot aufwartend mit grandiosem bayrischen Humor,unsere Küchenfeen Roswitha und Elke, bei denen nichts unmöglich war und ist und die ‘schuld’ an unseren wohlgenährten , fröhlichen Gesichtern sind, Caro und ihrer Gitarre, Sue die uns mit antisepticum versorgt hat, Kai     Kameramann, der es geschafft hat, das wir die Kamera nicht mehr registrierten ab der 3. Stunde, Magnum und seinem Intro, den Brassen und Grosssegeln, Sven dem Kapitän und Ragnar mit seinem unglaublichen Lachen, wenn er auf dem Oberdeck stand und Befehle erteilte, Jens und Alice für den grandiosen Humor, Ulf für seinen Kaiman und das Lachen, Annika für die Frauenquote beim Skat, Marcel für den Rum und seine Umsichtigkeit und Fürsorge auf dem Wasser, gepaart mit excellenter Kitekunst, Dirk für den feinen Humor, Jörg für das jugendlich-verschmitzte, Motzi für den Hamburg-Kiel Shuttle,Thilo für die Homepage, Martin,Steffi unermüdlich trainierend und Jana der guten Seele der Hendrika. Atemberaubende Tage liegen hinter uns . 110 Seemeilen haben wir zurückgelegt, neue Horizonte entdeckt, die Faszination der Natur gepürt und gelebt, Sonnenaufgänge bestaunt, Monde untergehen sehen, Wellenklängen gelauscht. Im kommenden Mai sind wir wieder am Start und wir alle zählen von heute an die Tage wieder rückwärts.

Bilder hier

Logbuch Tag 7 Sonnenanbeter sind wir

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Logbucheintrag Kurs 200° S  Lyo – Maasholm Luftdruck 1026 hPa leicht fallend, diesig, Wind NW 2 Bft

Über mir scharren die Füsse, Stühle werden geschoben, ich recke mich- habe ich ausreichend geschlafen? Das ist eine elementare frage, die Kajüten sind fensterlos und die zeitliche Einschätzung des beginnenden Tages fällt imme rien bisschen schwerer. Statt an Sonnenstrahlen die auf Nasen tanzen, wird das Fortschreiten des Tages gemessen an der Frequenz der hin- und hergeschobenen Stühle über mir im Salon. Ich habe wohl doch drei Stunden geschlafen, kann ich auch aufstehen. Ein strahlender Maimorgen begrüßt mich. Kaffee ist fertig, der Porrigde wird gereicht, der Plan für den Tag steht im Prinzip fest. Den letzten Wind ausnutzen ,. Segel setzen und schauen wie lange wir ohne Motor in Richtung Maasholm kommen. Ein chilliger Tag schickt sich an, Jack Johnson wird ins CD Fach geschmissen und schickt seine Gitarrenklänge übers Deck. Alle Segel werden gesetzt die majestätische Hendrika sieht noch stolzer aus als sonst. Das Klüvernetz wird Sonnendeck, das achterdeck ebenfalls. Die Ostsee wird glatt und glatter, der Wind ist weg. Am Horizont spielen vergnügt zwei Tümmler. Wie ein Tag auf dem Mittelmmer. Wir warten ab ob der Flautenmann verjagt werden kann, erzählen uns Geschichten von rasanten Kitesessions bei 6 Windstärken und turmhohen Wellen., träumen vom Sommer, lauen Nächten, langen Abenden am Grill mit einer gut abgemixten Caipirinha und Wind. Hier da werden Pläne für den nächsten Segeltörn geschmiedet. Den wird es zweifelsohne geben im kommenden Jahr, nur wohin das ist uns noch nicht ganz klar. Dänemark? Mallorca? Griechenland? Polen? Wir wissen es nicht und spinnen reichlich Seemannsgarn.

Plötzlich gibt’s Alarm. Mann über Bord schallt es übers Meer. Ungläubig schauen wir uns an, rennen zum Achterdeck und spulen die Übung ab. Willkommene Abwechslung an einem trägen Segeltag. Das Dingi ist mittschiffs befestigt, lacht uns später bei jedem Vorbeigehen an. Jeder kann es leise rufen hören “Los kommt! Wir gehen wakeboarden“ Nachmittags siegt die Abenteuerlust über den Trägheitsmoment in unseren Körpern. Erst ziehen sich die Damen um , entern das Dingi und liefern den noch unentschlossenen Herren eine WakeShow, die sie selbst nicht für möglich gehalten hätten. Bei Rückkehr zur Hendrika erwartet sie eine Schlange wakewilliger Jungs. Der Nachmittag geht ins Land, der Abend hält Einzug, aus der Kombüse duftet es schon wieder verführerisch nach Fleich und Gewürzen. Wir laufen in die Schlei und den Hafen von Maasholm ein, spät gesellt sich gar noch Seewind zu uns. Da sind wir alle nur schon so voll gefuttert, das niemand mehr Kites aufpumpen mag und sich in nasse Neos schmeißen.

Heute Abend bin ich die erste der Piraten die in aufregende Wellenträume entschwindet. Schlussendlich hat mich der fehlende Schlaf in der vorhergehenden Nacht ausgeknockt und fordert sein recht nachgeholt zu werden ein.  Morgen geht es in einem Schlag nach Laboe, wo die Hendrika uns ein letztes Mal Nachtasyl gewährt. Am Sonntag morgen wird es dann in Kiel eine hoffentlich spektakuläre Kite the Baltic Abschiedssession geben.

Die Crew lernt kiten

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Logbucheintrag Kurs 233° Faborg – Lyo Luftdruck1028 hPa  leicht steigend, gute Sicht ; Nordwest 3 Bft

Morgens um 07.00 wird die Hendrika langsam wach. Zwei F.ones werden aufgebaut für das heute anstehende Experiment vom Schiff aus zu starten. Dank kostenlosem WLan dauert der tägliche Windcheck heute morgen nur wenige Minuten und er fällt ernüchternd aus. Die Vorhersage wird schwach und schwächer und für den Fall das heute keine Kitebedingungen an den Start gehen, besorgen wir zwei Kanister 95er für nachmittägliches Wakeboarden hinter dem Speedboot. Vorerst allerdings steht Segel setzen auf dem Programm. Lautlos gleitet die Hendrika aus dem Hafen. Die Stimmung an Board ist ausgelassen, jeder hat seinen Platz an den Tauen gefunden, die Teams sind eingespielt und sowohl Ragnar als auch Sven jubeln über saubere Wenden und Halsen. Wir nehmen Kurs auf Lyo. Ein Kleinod vis a vis Fyn und meine Hoffnung für eine Kitesession am Nachmittag. Ich hoffe das die Sonne genug Energie an die Erde schickt und thermischen Wind produziert. Die Windrichtung ist Nordwest, was bedeuten würde dass der Wind gebündelt durch die Meerenge pfeifen könnte. In langen Schlägen stolzieren wir um Lyo herum und gleiten nachmittags vor den Anlegesteg von Lyo. Wir versuchen anzulegen, denn eigentlich müssten wir ein bisschen frisches Obst einkaufen. Mehrere Versuche werden gestartet, der Steg ist mit einem Schiff belegt und reicht nicht für zwei. Wir entschließen uns einen Ankerplatz zu suchen. Während dessen wird hektisch Wind gemessen, Fahnen gecheckt  und die ersten Neos angezogen. Der glückbringende Mann an den Turbinen arbeitet verhalten, aber durchaus ausreichend. Erneut werden große Kites herausgekramt aus dem Berg von Equipment. Ragnar setzt die Meute über. Es ist warm heute und da der Strand weich, sandig und flach anmutet entscheide ich mich für barfuss fahren. Ich soll es bitter bereuen. Lyo Hafen ist gar kein richtiger Hafen, eher ein Anlegepunkt mit Wasserversorgungsstation und  Geschirr Abwaschpoint für Segelschiffe. Vielleicht gibt es ein Dorf weiter hinten, vielleicht auch nicht. Eine einsame Mühle steht auf dem Gipfel der Hügelkette. Satt kommt der Wind inzwischen komplett sideshore. Natürlich ist der Beach nicht sauber und sandig und weich. Übersät mit Muscheln steht mir ein wackeliger Marsch ins Wasser bevor. Ich versuche mich am Signature WaveBoard von F.one und bin begeistert. Es läuft satt Höhe, ist easy im Handling und flutscht mal eben so durchs Wasser. Halsen klappt nicht so recht. Wir kiten bis zum Umfallen. Ein Flysurfer wird in einer spektakulären Aktion vom Schiff aus gestartet. Grandios im Anblick und ein Highlight für die Kamera. Nebenher bekommt die Crew der Hendrika von unseren mitreisenden Kitelehrern erste Lektionen im Kiten. Langsam senkt sich die Sonne, wir werden an Bord und zum Abendessen zurückgerufen. Als ich das Wasser verlasse marschiere ich in eine fette Muschelbank, der Schmerz ist zwar erträglich, da der Fuss allerdings kalt ist laesst er mich  vermuten, dass mir zwei unangenehme Tage bevorstehen. Schon im Speedboot ziehe ich Blutstropfen nach mir und kennzeichne quasi meinen Weg. Unter der Dusche werden die Füsse warm und ein stechender Schmerz durchzieht mich. Gegen anatmen lautet der Plan, gegen anatmen und gleich desinfizieren, mit Jod versorgen und Pflaster drauf. Caro hat sich den Fuss auch aufgeschnitten und mault in mein Schmerzgejammer hinein „Du bist auch ganz schön wehleidig“ Sie bekommt keine Antwort, nur ein gepresstes „ Ja- und?! Tut halt weh!“ Minuten später stöhnt dann Caro als sie das Desinfektionsmittel auf ihren Cut haut. Wir schauen uns an und schon glucksend meine ich „ Ganz schön wehleidig was?!“

Die Wachen  für die Nacht werden eingeteilt. Mich trifft der Gang von 03.00 bis 04.00 die undankbarste aller Schichten. Um Zwölf verkrümel ich mich ins Bett. Kurz vor drei werde ich geweckt und spring aus der Koje- natürlich auf den kaputten Fuss. Schlagartig bin ich wach. Noch etwas maulfaul schleppe ich mich auf die Brücke. Dank starkem Kaffee bin ich bald schreibfähig und beschließe in den erwachenden Tag hinein zu arbeiten. Logbuch, Reportage, Meilen zusammenrechnen sind Dinge die man gut auf einem Wachgang erledigen kann. Wir sind ja zum einen zu zweit und zum anderen brauchen wir nur aufpassen dass unsere Position sich nicht ändert. Täte sie es, dann hätte sich der Anker gelöst und die Crew müsste reagieren. Alles still, der Horizont wird langsam hell um 04.00 habe ich einen Schreibflash und begleite die nächste Wachmannschaft. Um 05.00 geht die Sonne auf, da kann ich nicht ins Bett. Um 05.45 spricht plötzlich das Funkgerät mit uns.

„Aerosköbing Port, Aerosköbing Port hier ist die Alexander von Humboldt.!” Unser Freund aus Östereich schmettert als Antwort in feinstem Grazer Schmäh in den Äther…“Na…die schlaffen noch..“ Der wachhabende der Alexander von Humboldt findet das nicht ganz so lustig wie wir. Wir können seine Humorlosigkeit schwer verstehen und erfreuen uns weiter am erwachenden Morgen. 07.00 das Schiff wird wach und ich müde. Ich werd jetzt noch zwei Stunden schlummern und dann dafür sorgen dass wir dem drohenden Hoch und der einhergehenden Flaute irgendwie entkommen können.

Logbucheintrag die Mädels entdecken Silberpfeile

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Logbucheintrag Kurs 285°  Avernakö – Faborg 1028 hPa gleich bleibend, gute Sicht 320° 4 Bft

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Die letzte Wache hat verschlafen, weil niemand sie weckte. Kurzerhand hat die 05.00 Wache einfach weiter Skat gespielt und angefangen den Kaffee für das Frühstück zu kochen. Ich werde vom Trommeln des Regens auf das Deck wach, verpasse das Gefühl kalter Regentropfen auf dem Gesicht um Sekunden. Im Moment des enterns vom  Deck ist der Schauer durchgezogen und die Sonne fängt an sich durch die Wolken zu kämpfen. Entgegen der gestrigen Prognose weht ein munteres Lüftchen. Ich suche mir den Herrscher über die Hendrika und teile ihm mit das statt segeln kiten ansteht. Ich will die Meute aufs Wasser schicken, damit die Herrschaften ihrem liebsten Hobby frönen können. Grosse Schirme und große Boards werden rausgekramt. Hektisches Umziehen und um 09.00 steht das erste voll gepackte Beiboot bereit zum Übersetzen. Avernakö liegt noch im morgendlichen Dunst,  schlummert friedlich vor uns. Wir setzen über und fühlen uns ein bisschen wie Kolumbus sich wohl fühlte als er Amerika entdeckte. Kein Haus, kein Garten,  kein Mensch;  niemand scheint hier zu wohnen außer einem Hasen der den Strand entlang hoppelt. Es wird wärmer, Sonnenstrahlen brechen sich im kristallklaren Wasser, türkis wechselt mit dunkelblau und flaschengrün. Karibik Feeling pur macht sich breit und wären die Neos nicht, die sich an unsere Körper schmiegen würden wir es auch glauben. Wir haben mal wieder zu lange gebraucht, der Wind schwächt ab und macht Pause. Keine Chance auch nur einen Silberpfeil in der Luft zu halten, zumindest nicht für die Herren, welche ja eigentlich auch schuld sind durch ihre ermüdenede Spotdiskussion, das wir nach dem wind auf Avernakö anlandeten. Also werden die Mädels an die grossen Schirme und Matten gehängt und wenigstens haben die noch eine Weile Spass. Die Jungs  werden also einfach mal  zum chillen gezwungen und die Damen haben Spass am Tanz mit den Schirmen. Höher und höher krabbelt die Sonne am Himmel und wärmt unsere Nasen, so sehr das Neos von den Oberkörpern geschält werden. Mit vornehmer Winterblässe überzogene Arme, Schulter und Rücken werden der Sonne entgegengestreckt. Wir haben Zeit. Plötzlich ein Windzug, hektisches Gerenne am Strand, erste Schirme werden hochgezogen und wenige Minuten haben wir Spaß. Ein Versuch der Thermik uns zu beglücken, leider viel zu kurz. Dieses Spielchen wird bis mittags immer und immer wieder von vorne begonnen. Dann trommelt uns die Crew zusammen, wir gehen wieder an Bord und nehmen Kurs auf Faborg. Die Crew der Hendrika hat sich mittlerweile total mit all unseren verrückten Ideen arrangiert, wohl auch deshalb, weil 30 Leute an Bord nicht mehr nur kite- sondern seit Sonntag auch absolut segelverrückt sind. Wir lernen alles, jede Frage wird beantwortet. Vom Navigieren, über Position bestimmen, Segel setzen und einholen, Wenden, halsen. Jeder hat inzwischen seinen Platz gefunden. Um das Bramsegel setzen kann ich mich jedes zweite Mal mit großartigem Erfolg drücken. Der Kampf um das Verpacken der Klüver endet nicht immer erfolgreich für mich. Oft bin ich zu spät und muss zuschauen. Der Job ist anstrengend, weil die Segelziemlich schwer sind. Das Turnen im Klüvernetz hingegen ist die lustigste Beschäftigung an Board. Über mir der weite Himmel, freche Möwen, die Sonne, neben mir weißes Segeltuch unter mir dunkelblaues Meer. Ich liebe es durchs Klüvernetz zu turnen. Segelnd verlassen wir  eine Traumkulisse, 640m² Segel werden gesetzt. Jede freie Hand wird gebraucht, verdrücken und Käffchen trinkend zuschauen klappt nicht. Lange Schläge werden  gesegelt, Wende um Wende wird gefahren. Alle 20 Minuten ertönt die Auftaktmelodie der TVSerie Magnum über den Lautsprecher an Bord und Ragnar der Bootsmann steht schon breit lachend auf dem Vordeckstisch Kommandos gebend und die Meute koordinierend. Am Horizont zieht ein Gewitter auf und mopst uns den Wind für unsere letzte Wende. Schade. Faborg am südlichen Zipfel Fyn’s ist ein verträumtes Städtchen, das einen mehrtätigen Aufenthalt verlangt. Ein gut erhaltener historischer Stadtkern erzählt von bewegten Jahrhunderten, Winterstürmern und heißen Sommern, enge Gassen, Backsteinhäuschen, Bornholm Margeriten in den Vorgärten. Ernie das Rad ist im Dauereinsatz, jeder will hier einmal durch die Gassen juckeln und Sightseeing machen. Ich genehmige mir das Privileg die erste zu sein, checke nach meinem Abendsport die Windvorhersage für den kommenden Tag und beratschlage mit dem  Kapitän wohin unsere Reise morgen geht. Die Crew ist inzwischen ein bisschen vom kiten infiziert und Sven lässt der Meute ausrichten. “Wenn der Wind morgen stimmt, dann könnt ihr vom Schiff aus starten” Nicht nur Begeisterung ruft dieses Statement hervor. Fragen tauchen auf, die nur durch einen Versuch beantwortet werden könnten. Dieser wird auf den Morgen vertagt. Zwei Experimetierfreudige Surfer auserkoren und die notwendigen Vorbereitungen getroffen.

Es ist warm geworden und die allabendliche Partyrunde verlegt ihren Stützpunkt vom Salon auf das Vorschiff. Der Sommer ist eingeläutet. Da mich das ewig frühe Aufstehen nun doch langsam schlaucht, verdrücke ich mich früh in meine Koje, schicke ein letztes Windgebet in den Himmel, dreh mich um und entschwinde in Wellenträume.

Der aktuelle Meilenstand beträgt.

80 Seemeilen und 100 gekitete Meilen. Den Rekord hält Axel auf Flysurfer, gefolgt von Marcel auf North und Florian auf Blade.

Kurs 330° NNW – Tag 4

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Logbuch Aeroskobing- Avernako  Kurs 300° NNW; 6 Knoten; Luftdruck 1025 Tendenz steigend 5 Bft, diesig – gute Sicht

Der morgendliche Blick aus den Luken verspricht viel Spass, vorerst zumindest. Der Wind hält sein Versprechen und spielt ein schönes Morgenkonzert. Schaumkronen, über den Himmel fliegende tiefe Wolkenfetzen, wippende Bäume. Der alten Weisheit, das nur der frühe Vogel den Wurm fängt, folgend, finden wir die ersten Kitesüchtigen schon kurz nach sieben auf dem Wasser.  Ich belade Ernie mit zwei Kites einem Board, den erforderlichen Utensilien wie Trapez, Mütze, Pumpe und radel durch das verschlafene Dorf  über die Heidelandschaft schnell mal zum Spot, wissend das 29 Mitsurfer neidisch hinterher schauen. Bei abnehmendem Wind erkunden wir bis mittags die Spots von Aeroskobing. Die buntbemalten Ferienhütten auf der Landzunge sind geduldige Windschattenspender und träumende Zuschauer. Nur wir, der Wind, die Ostsee und Weite. Aeroskobing ist eine weitläufige Bucht, sehr schön flach am Beginn, wartet weiter draußen eine kleine Kabbelwelle auf den Kitesurfer und lädt zum Spielen ein. Trotz all der Weite hier in Dänemark ist der Spot schnell dicht, abnehmender, auflandiger Wind und 30 Kiter sind eine unglückliche Kombi. Ich bin ein Fan einsamer Sessions und wandere mit dem neuen Bandit von F.one im Zenit einmal übers Land, rüber in ein riesiges Flachwasserbecken. Es kommt zu einigen Kommunikationsstörungen mit dem Schirm und die Möwen am Strand hören Worte, die ungewohnt und laut für sie sind.

Erschreckt flattern sie umher, beäugen mich misstrauisch und machen einen Bogen um Schirm, Mädchen und Bord. Der ablandige Wind bügelt das Wasser spiegelglatt. Ein Träumchen erwartet mich und die nur noch 12 Knoten stören in keinster Weise, da ich von jedem Punkt aus bequem zu Fuß zurücklaufen kann. Einzig dieser Schirm bewirkt dass ich immer wieder fluche. Nachtrimmen bringt nichts, Höhelaufen ist harte Arbeit und die Barhaltekräfte sind Oberarmmodellierend. Ich gebe auf einen Draht zum Bandit in 11m² zu finden und parke ihn erstmal im satten Grün des Grases Ein  Fahrradfahrer kommt auf uns zugerast. Die rote Jacke und das blonde Haar wippen im Rhythmus des Tritts in die Pedale. Kurz vor uns wird scharf gebremst . Ein junger Typ springt aus dem Sattel, grinst uns an und fragt mit großen staunenden Augen ‚Kiteclub?! ‚ bricht es aus ihm raus

„ Kiteclub?“ entgegnen wir

‚Kiteclub? Dürfen wir hier etwa nicht kiten gehen, weil das Privatgelände ist?’

„Ah! Ihr seid aus Deutscheland? Seid ihr ein Kiteclub? Cool. „

Die Augen werden gross und grösser. Wir schauen uns ein bisschen irritiert an. Kiteclub? „Wir sind kein Kiteclub.“ „Nee? Was dann? Wo kommt ihr her? Normalerweise kiten wir hier zu viert!“ „Wir sind mit dem großen Segelschiff vorn im Hafen hier. Und heute Mittag sind wir wieder verschwunden“ „Ah gut“

Ein bisschen hat es den Anschein , der Local entspannt sich. Kann ich verstehen. Wenn an meinem Homespot statt der üblichen zwei Leute eines morgens plötzlich 30 Schirme am Himmel stünden, wäre ich ebenfalls verwirrt. Absolut verständlich das der Däne irritiert ist, denn jeder von uns ist heut auf dem Wasser und die Bucht sieht recht zugebaut aus mit Kiteschirmen am Himmel und am Strand . Freundlich und mit einem Dauerlachen im Gesicht erklärt er uns wann die besten Bedingungen hier auf der Insel sind und das er im Mai noch gar nicht kiten gehen mag, weil es viel zu kalt ist.

Am Mittag trommeln wir die Meute zusammen, das Gerödel wird wieder im Salon verstaut und auf dem Deck festgezurrt. Unsere beiden Küchenfeen haben den ganzen Vormittag rotiert und ein dampfendes Risotto erwartet die hungrigen Mägen. Um das leibliche Wohl der Kiter wird sich aufopfernd gekümmert. Ein königliches Frühstück, Suppe den ganzen Tag, stets frisch gebackener Kuchen und opulente Abendmenüs. Nach einem Tag auf dem Wasser ist es wichtig gut und reichlich zu essen. Roswitha und ihre Schwester sind das Beste das wir engagieren konnten für unseren Trip.

14.00 wird der kleine Hafen in einem engen Wendemanöver verlassen. Wir werden als vollwertige Crew angesehen , werden stets zum mithelfen aufgefordert. Während Ragnar kommandierend übers Deck stolziert, die zu setzenden Segel ansagt, die Leute zum Ziehen und fieren zusammentrommelt, fangen wir an uns Handschuhe zu wünschen. Die Taue sind hart und machen Schwielen.  Und dennoch ein riesiger, unbezahlbarer Spaß. Fender halten und setzen, Tampen aufwickeln, Segel setzen, brassen, fieren, trimmen. Worte die wir hier lernen, die uns demnächst fehlen werden und einen neuen Segelurlaub planen lassen. Wir nehmen Kurs auf Avernakö ein kleine Insel auf dem Weg nach Faborg .

Sanfte Hügel, ein kleines Stück Steilküste, karibisch türkises Wasser Der Wind reicht vollkommen aus, wir machen gut Fahrt und sind trotz der 3 Stunden auf dem Wasser heute morgen noch nicht müde uns an die Taue zu stellen. Ein günstiger Ankerplatz wird angesteuert, in bester Piratenmanier platzieren wir die Hendrika vor der Insel und mit dem Beiboot samt Kiteequipment setzen wir über. Der Wind ist lasch , wir müssen in einer fiesen Abdeckung starten . Als Belohnung gibt’s  Traumkulisse der Hendrika Bartelds vor der Nase,  majestätisch ankernd in der Bucht, von der Spätnachmittagssonne golden angemalt. Malerischer, traumhafter, perfekter geht nicht. Dank dem bereitstehenden und über uns wachenden Beiboot können wir einen der unvergesslichsten Downwinder unserer Kitekarriere hinlegen. Immer wieder um das Schiff herum. Egal das die Kälte in die Knochen kriecht, mit jedem Schlag wird das Lachen breiter. Noch schnell den Postkartensonnenuntergang reinziehen, den Wind für morgen checken, feststellen das selbiger plant eine Zusatzschicht am morgigen Tag einzulegen. Die Ankerwachen für die Nacht werden eingeteilt und diejenigen welche schlummernd Kraft nachtanken können tun dieses schnell und tief und fest. Der rest versammelt sich oben im Salon, trinkt Freibier und Wein, knabbert Schokolade,dänische Lakritz, die Gitarre wird herausgeholt und das Reportoire von RedHotChilli Peppers bis Milow unplugged und sauber in den Tönen abgespult nur unterbrochen vom bekannt geben irgendwelcher Trümpfe am Skattisch.

Chiller, Segler, Küchenhelfer, Sonnenuntergangskiter

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Kurs 24° NE –  sonnig, gute Sicht, morgens 4 Bft, mittags Flaute, abends 4 Bft NW

Chiller, Segler, Küchenhelfer, Sonnenuntergangskiter

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3 Stunden Schlaf für einen Sonnenaufgang und nicht mehr. Der Grosshändler kam heute wie befürchtet kurz vor 10 auf die Blücherbrücke vorgefahren. Theoretisch bin ich umsonst so früh aufgestanden, praktisch habe ich die Ruhe vor dem Aufwachen des restes extrem gut nutzen und geniessen können. Um 10.00 föhrt des LKW das Grossisten vor. An Bord befinden sich zu diesem Zeitpunkt 32 hungrige Kitesurfer, eine unruhige Crew sowie zwei rotierende Köchinnen, denn ohne Lieferung des Grossisten kein Frühstück. Bis dahin blieb uns neben dem warten auf das Frühstück und das Müsli nur  die zeit mit wach werden, Sonne geniessen, und grossen Segelabenteuern träumen zu verbringen. Spätes Frühstück, ein innerhalb von zehn Minuten leer  geräumtes Buffett, und schon finden wir uns in der der ersten von Ragna gehaltenen Lektion in Segelsetzen wieder, die da lautet vom Braam- zum Marssegel und zurück, Seemansknoten und das dazugehörige – Garn. Alle wollen los, schnell raus aus der Förde hinauf auf das Meer, die Sonne lacht- klischeehaft schön. Weisse Wattewolken ziehen träge über den Horizont und der Wind summt in den Tauen und verspricht einen wunderbaren Tag am Wind. Mein ‚Sich um das Braamsegel setzen drücken’ endet in ersten SteuerfrauErfahrungen. Sven stellt mich einfach hinters Ruder. Ich denk noch ‚Oh Wow! Ich darf auch mal versuchen, da verschwindet der Kapitän mit den Worten: „rechts ist steuerbord und links backbord und rechts ist die grüne Tonne und von der halten wir bitte ausreichend Abstand“ Ich erschrecke einen Hauch und frage noch ein wenig ungläubiger hinterher ‚Wie? Du lässt mich hier alleine?“ „Ja, mache ich- steuern ist wie Auto fahren. Voll easy“ Ok – weiß der Herr der Brücke das ich mindestens nach rechts hinten sehr schlecht einparken kann? Vielleicht sagt es ihm ja keiner. Steuern ist wirklich nicht sehr schwer, wenn man sich darauf eingespielt hat und die auf die Trägheit des Schiffes, dann ist es ziemlich einfach. Nicht lange da verstummen die Motoren und wir setzen Segel. Anstrengend, anstrengend schön. Beim segeln lernen wir dann heute Mittag, ist es wie beim kiten irgendwann ist der Wind auch einfach mal weg und macht ein Nickerchen. Ich vermute er hat die leckere Minestrone unserer Küchenfeen probiert und liegt nun mit vollem Bauch auf dem Wolkensofa unfähig auch nur einen Handschlag zu tun. Eine Stunde dümpeln wir vor uns hin, dann werden die Turbinen startklar gemacht und wir segeln unter Motor weiter. Spiegelglatt liegt die Ostsee vor uns. Die Kieler Bucht verschwindet im Dunst, am Horizont wird die Küste Aeros sichtbar, langsam. Weisse Wolken spiegeln sich im tiefblauen Wasser, zwei Tümmler spielen mit dem Schiff und begleiten uns einen Moment. Ich setz mich zu Sven und wir planen das weitere Vorgehen. Laut Vorhersage soll am Nachmittag der Wind wieder zunehmen, keine Spur das er sich an die Vorgaben hält. Wir befinden uns zwar auf Kurs nach Marstal beschließen aber nach langem Hin-und Her heute unter Motor bis nach Aerosköbing zu fahren, dort zu übernachten und morgen früh dann in der weitläufigen Bucht kiten zu gehen. Heute sind die meisten eh erschöpft vom Havanna der Nacht zuvor, der Sonne, der Seeluft, den vielen Eindrücken. Eine Viertelstunde nachdem die Kursänderung bekannt gegeben ist, wacht unser bester Freund vor dem Himmelsorchester aus der Siesta auf, schaut erschrocken auf seinen Wecker und stellt fest, das er schon lange hätte arbeiten müssen. Von jetzt auf gleich Schaumkronen am Horizont, die chillige Meute wird von Ragna und Jana aufgescheucht und die Segel werden getrimmt. Wir liegen gut am Wind und nehmen an Fahrt auf, noch vor der avisierten Zeit sind wir in Aeroskobing. Ein stilles Örtchen, verschlafen, verträumt, kleine bunte Häuschen, freundliche Menschen, allesamt strohblond und lachend erwartet uns. Noch während wir anlegen, präparieren die ersten Verrückten den Stuff für eine Sonnenuntergangssession. Ernie wird aufgebockt und ich geh erstmal schnell auf Spoterkundung und die Suche nach einem Bäcker für die frischen Brötchen zum Frühstück. Ernie ist toll. Leichter Tritt in die Pedalen und der Zwerg entwickelt erstaunliche Geschwindigkeiten. Ich sause an den Strand, eine breite lang gezogene Bucht, wunderbarer Wind, reichlich Wind für 12 m². Ein Stündchen ist den Jungs vergönnt, dann sinkt die Sonne nach getaner Arbeit glutrot und postkartenreif hinter dem Horizont. Ich radele zurück, eine unglaubliche Stille unterbrochen von ein paar Möwenschreien und dem Gute Nacht Song des Windes in den Tauen der Hendrika. Kurz noch mit der Crew besprochen und der Plan für heute lautet- kiten bis mittags, dann Segel setzen und auf nach Avernakö. Dort werden wir vor Anker gehen und die Nacht verbringen, das bedeutet Lektion 2 im Segeln lernen – reichlich heissen Tee für die Wache kochen!

Next News vorraussichtlich Mittwoch, wenn wir Faborg anlaufen werden um neuen Proviant zu bunkern. 30 Kitermägen sind doppelt so groß wie 30 normale SegelfreundeMägen.

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