Des Sommers Abschiedskonzert

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Freitagnachmittag sechzehn Uhr– mir raucht der Kopf von viel zu vielen Zahlen. entnervt seufze ich durch. Vor dem Fenster locken die, golden in der Sonne glänzenden, Blätter der Linden, der Himmel ist blassblau ein Hauch Sommer liegt in der Luft.

Die letzten Zeilen aus Wellenklang blitzen vor meinem Auge auf. Keine zehn Tage ist es her, das ich sie schrieb und gestern Nacht, ganz plötzlich,  waren sie real- so real das Angst mein Herz umfasste  und ich einfach weggelaufen bin . In meinen Ohren rauscht es, so wie die bunten Blätter vor dem Fenster- es rauscht und rauscht und rauscht, schwillt an und ebbt ab.  Ich mag  nicht mehr unterscheiden, ob es das Rauschen des Meeres, der Blätter in den Bäumen oder das dieser komischen Worte, die eine Entscheidung von mir verlangten und einfach nur durcheinanderwirbelten, ist. Wie gerne würde ich einfach raus fahren, den Fluss hinauf und Weite inhalieren. Vielleicht gäbe es mir einen Hauch Vernunft, die geforderte Entscheidung von allen Seiten und realistisch zu betrachten. Ich weiß es nicht. Was ich weiß ist,  das ich arbeiten sollte! Denn leider türmen sich rechts und links von mir die Akten auf dem Schreibtisch auf. Kleine fordernde Papiertürme!

Von draußen ist ein leichtes Windaddagio zu vernehmen, zarter Trommelwirbel unterstützt die Streicher.  Fast scheint es mir- der Sommer 2010  bereut im Oktober dass er im August viel zu viel weinte, im September nicht nachließ damit  und im Juli die Blumen verdursten ließ. Das er nur unregelmäßig daran dachte den Ostwindmotor anzuschmeißen hatten wir ihm im Juni vorgeworfen, seiner Entschuldigung aber Glauben geschenkt und verziehen.

Jetzt im frühen Herbst erinnert er sich scheinbar an seine spürbaren Ausfälle und liefert nach. Erst die Sonne, dann ein Hauch Wärme und dieses Wochenende gar Ostwind.

Meine Gedanken fließen weg von den Zahlen hin zu den langen Nächten des Sommers, die Segeltörns – einer unbeschreiblicher, befreiender, verzaubernder als der andere.

Das Telefon schellt. „Können Sie mir bitte Ihre letzten Dokumentationen erklären? Ich werde daraus nicht schlau.“

Mist! Jetzt zitiert mich auch noch die ungeliebte zweite Hand der Führungsetage in ihr Büro. Ist heute Freitag der 13.? Eigentlich nicht. Lustlos steige ich die Treppen nach unten und hole mir den berechtigten Rüffel ab. Konzentration ist de facto anders definiert, als das, was ich heute in der Lage bin zu leisten.

Wieder auf dem Bürostuhl klingelt erneut das Telefon

„M

„Hey ja- ich bin schon wieder zurück aus Dänemark und habe die 2011er Schirme im Auto. Ich fahre jetzt mit Frau und Kind raus an die Elbe, die Schirme für den Shop ablichten“

“Mensch hast Du das gut und weißt Du was? Ich verzapfe hier im Büro heute eh nur Mist. Ich bekomme nichts fertig und die Zahlen schwimmen und springen vor meinen Augen auf und ab. Ich komme einfach mit“

Zwanzig Minuten später sitzen wir im Kombi auf der Autobahn den Fluss hinauf. Weitere dreißig Minuten später liegen die nagelneuen Schirme vor uns am Elbstrand und wir fangen an zu pumpen. Fünf Schirme bauen wir auf, friedlich liegen sie im feinen Sand. Die Sonne senkt sich langsam und zaubert ein grandioses Farbspiel in den Oktoberhimmel. Mir geht’s gut, Ruhe umfängt mich, leise plätschern die Wellen an den Strand. Das Wasser ist braun und undurchsichtig vom vielen Schlamm den der Strom mit sich führt und im Meer weiter nördlich ablädt. Ozeanriesen ziehen vorbei auf dem Weg vom Hafen hinaus in die Welt, ein Dreimaster gleitet an uns vorbei. Wieder steigen diese süßen Erinnerungen auf.

 ‘Ist es wirklich erst zwei Monate her das ich im Schein des vollen Mondes auf der Ostsee wakeboarden war?’  Fast düngt es mir wie eine Episode aus einem anderen Leben. Ein Lächeln stiehlt sich in mein Gesicht, verloren in den Erinnerungen streife ich die Schuhe von den Füssen und tanze im langsam kälter werden Sand. Träge zieht der Strom an mir vorbei, elbabwärts im Dunst die Anlagen von Airbus, die Kirchtürme der Stadt, der Fernsehturm, elbaufwärts der Duft des Meeres. Die Elbe singt eine kraftvolle Melodie, kraftvoll und entschleunigt zugleich. Friedlich scheint sie, trügerisch, denke ich, eine trügerische Friedfertigkeit versucht sie uns vorzuspielen. Schöne alte Dame. Beständig das Jahr hindurch fließt Du aus dem Gebirge durch das Land, ergießt Dich in Auen, sammelst Dich in Rückhaltebecken, schlenderst vorbei an wundervollen lauten Städten, hörst verschiedene Sprachen, bietest den Möwen und Schwänen ein Zuhause, dem Stindt und schießt Dich kraftvoll , nach Sauerstoff lechzend in die Nordsee.

Wir absolvieren unser Fotoshooting. Wenn diese neuen Kites so genial fliegen, wie sie ausschauen, dann werde ich wohl die Lager wechseln. Von Naish auf Liquid Force. Noch vor wenigen Monaten wäre eine solche Überlegung nur einen pikierten Lacher meinerseits wert gewesen. Heute aber sieht alles anders aus. So schnell kann es gehen. Ich bin auf der Suche nach neuem Stuff und das Angebot von Liquid Force ist verlockend, das dahinter stehende Konzept überzeugt mich, das Design der 2011er Range ebenfalls. So viel Liebe zum Detail habe ich zuletzt beim Princess Pro von Brunotti gesehen. Der Envy verzaubert mich  mit kleinen Nachtgespenstern , die durch Wellenkämme springen. Das Label ist mit einem Lederaufnäher eingearbeitet. Die Safety zuverlässig und funktionell, die Bar sehr übersichtlich ohne viel TammTamm.

Frau  Sonne verschwindet hinter dem Ufer. Schlagartig ist es empfindlich kalt. Herbst!  Noch ein paar Bilder mit Blitz gemacht und wir brechen auf Richtung Abendessen und Stadt. Ich bin entspannt, ruhig, gelassen, schläfrig. Zu Hause checke ich nur noch schnell ob die Vorhersagen für den morgigen Samstag geblieben sind. Es hat sich nichts geändert. So werde ich nicht sehr viel älter als mein gerade geleertes Glas Rotwein, stelle den Wecker auf sechs Uhr in der Frühe. Schnell lege ich noch die Klamotten für die morgen anstehende Hochzeit zurecht. Nach zwei Seiten im Frauenroman schlummere ich ein.

Der Wecker klingelt und es ist dunkel. Stockdunkel. ‚Grauenvoll!’ denke ich. ‘Herbst!’ Morgens um sechs hat die Nacht Mutter Erde noch fest umschlungen. Zumindest in Hamburg. Ich bin irgendwie noch müde. Aufstehen fällt schwer und meine heiße Dusche dauert länger als gewöhnlich. Mit der obligatorischen Verspätung von 10 Minuten picke ich meine heutige Kitebegleitung auf.

Langsam erwacht der Tag, der Himmel über uns strahlt in kräftigem Blau, die Autobahn ist verdammt voll für einen Samstag morgen.

„ Neunuhr, meine Damen und Herren, die Nachrichten.

Fehmarn/Kiel: Gegen Mitternacht kam es auf dem Oberdeck der litauischen Fähre “Lisco Gloria” zu einer Explosion. Nach Angaben des Havariekommandos in Cuxhaven war das Schiff von Kiel nach Klaipeda unterwegs. Es befand sich zu diesem Zeitpunkt nördlich der schleswig-holsteinischen Insel Fehmarn.

An Bord waren 236 Passagiere – unter ihnen auch viele Lkw-Fahrer und Besatzungsmitglieder…“

 Erstaunt geht mein Blick nach rechts. ‚Krass’ – das entspringt meinem Mund. Und noch einmal „Krass“ und dann „Ja klar, deswegen überholen  uns ständig irgendwelche Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr, deswegen ist auf den Strassen hier die Hölle los.“

Keine zehn Minuten später habe ich die Schlagzeilen allerdings für Erste vergessen. Ich bin fasziniert von sich im Wind biegenden Bäumen, flatternde Fahnen, ein frisch gewaschener, blitzblanker Himmel. Wir versuchen uns am Wulfener Hals. Ostsüdost ist hier auf der Ostseeseite sideonshore und sicherer im Herbst als der leichte offshore Touch am Brink. Eine Karawane aus Bussen und Wohnmobilen quält sich die schmale Strasse zum Campingplatz. An der Einfahrt ein absolutes Durcheinander, Parkplätze , die noch belegbar wären, sind Fehlanzeige. Auf dem Tümpel ist morgens um 09.00 Rushhour angesagt. Herbstferien in Deutschland und der Wulfener Hals ist zugeparkt. Wenige Minuten überlegen wir und entscheiden  dass der Grüne Brink heute unser Spot ist. Laut Vorhersage soll der Wind über Mittag langsam auf Ost eindrehen, dann ist es da oben dann auch wieder  sicherer. Für den Fall also, das wir zwischen zehn  und zwölf ein Problemchen haben,  wird der drehende Wind uns ab dreizehn Uhr  behilflich sein dieses Problem in den Griff zu bekommen.

Mit uns landen die Liquid Force Kites. Ich werde ein bisschen aufgeregt. Vorsichtig bin ich ebenfalls, der Wind scheint noch nicht bei der Vorspeise angekommen zu sein. Die dreizehn Knoten, die wir messen lassen ein Verweilen beim ersten Kaffee  vermuten. Vorsichtshalber schleppe ich also alle Bretter und den zehneinhalber Cult mit an den Strand. Baue trotzdem den neuner Envy auf. Schick ist er ja, so in Blau und türkis mit seinen lustigen Gespenstern. Die zappeln im Wind und locken mich mit Versprechungen von grandiosen Wellenritten noch heute. ‚Klar, ihr Spinner’, denke ich laut -,Wellenritte mit einem neuner bei angesagten fünfzehn Knoten. Ihr glaubt auch, das Eure säuselnden Worte mich glauben lassen das da draußen Leckerbissen auf mich warten. Einlullen wollt ihr mich und Euch dann die Hände reiben, wenn ich massiv Höhe verliere und im Naturschutzgebiet lande. Redet nur, wenn ich die Nase voll vom Leichtwind Kurbeln habe, baue ich den Cult auf und ihr könnt Eure Geistertänze am Beach absolvieren.’  Sie schimpfen mich Skeptiker und lachen dabei. Ich starte als Erste. Ungewöhnlich stark der Zug im Schirm, trotzdem zerrt er nicht übermäßig an mir. Ich spüre sanften Druck- Cool, Vielleicht muss ich doch nicht kurbeln. Auf geht es. Auf Elf Uhr lenken dann auf Eins und der Envy schiesst an den Windfensterrand. ‚Oh bitte Nein!’ Denke ich . ‚Nicht so einen Windfensterrandgeilen Core Verschnitt, der mich in einer Sekunde absaufen lässt’  Tut der Envy aber nicht, er geht weit an den Windfensterrand und entwickelt dort trotzdem noch genug Zug.

Meine Session startet und sie wird atemberaubend. Der Wind nimmt zu – ich habe Spass, so endlos viel Spaß. Der Wind dreht weiter auf Ost- mein Lachen wird breiter. Draußen an der Abbruchkante der Sandbank lässt Mr. Pustemann die Wellen großartig, massiv, langgezogen und  perfekt an der Insel vorbeirollen. Dass ich die Zeit anfange zu vergessen während ich da draußen mit den Juwelen der Ostsee spiele – bitte  verzeiht es mir.

Das ich keine Entscheidung traf, weil mein Kopf voll mit Glück und Leidenschaft aber leer von klaren Gedanken war-  bitte verzeih mir!

Der Wind nimmt weiter zu, der Envy macht mich glücklich. Weiter und weiter hinaus kreuze ich. Das Feuerwehrschiff, welches sich knallrot gegen den Horizont abzeichnet, die Rauchschwaden irgendwo da mitten auf dem Meer, holen mich kurz in die Gegenwart zurück und erinnern mich daran, das es nicht nur glückliche Momente auf dieser Welt gibt. Ein komisches Gefühl, ich genieße dieses einzigartige, rauchgetränkte Licht auf der Ostsee. Rauch, der vergangene Nacht Menschen in Panik versetzte. Ich schüttele die Gedanken ab, versenke sie hinter die Abbruchkante in den Tiefen der Ostsee. Keine Zeit für Grübeleien- ich muss, nein, ich will glücklich sein heute!

Fröhlich tanzen Envy’s  Nachtgespenster über mir und versprechen mir eine lange erfüllende Freundschaft.

‚Gekauft’ , denke ich, als ich  irgendwann völlig erschöpft vom Wasser komme.

Ein Blick auf die Uhr. ‚Au wei. Ich werde spät, aller Vorraussicht nach  zu spät auf der Hochzeit erscheinen.’

Schnell umgezogen, abgebaut, die Freunde ins Auto verfrachtet und die horrenden Spritpreise ignorierend das Gaspedal voll durchgetreten. Ausnahmsweise kein Stau in Richtung Hamburg.

Zu Hause angekommen, bleiben mir zwanzig Minuten zum Duschen, in die Festtagsrobe schmeißen, Mascara anlegen und das Parfüm. Ich schnappe das Geschenk, den Mantel, schnell noch die feinen Ballerinas. Gerade als das Glas auf das Brautpaar erhoben wird schieße ich in den Saal, quetsche mich in eine Ecke und nach der Laudatio neben meine Begleitung. Die rümpfende Nase, den prüfenden Blick, die nervös auf dem Tisch trommelnden Finger ignoriere ich. Statt dessen fälle ich die seit Tagen anstehende Entscheidung ‚Ich bin dagegen- absolut!’  Proste der fröhlichen Runde um mich herum zu, beglückwünsche das Brautpaar und entschwinde bis morgens um 06.00 auf der Tanzfläche. Lasse das verständnislose Kopfschütteln einfach am Tisch sitzen. ‘Ja! es tut mir leid- aber Ja! Ich bin dagegen!’

Was für eine Session am Morgen, welch fulminantes , perfektes Konzert. Den ganzen Mai hindurch warteten wir vergebens auf Ostwind, den Juni und Juli hindurch war Wind Mangelware, im August kam er mit Wucht und Regen- perfekte Tage gab es selten in diesem Sommer. Im September schickte er sich an Perfektion zu kredenzen. Jetzt im Oktober verabschiedet er sich mit Lust, so viel Lust und beschenkt uns mit diesen unvergesslichen Stunden, von denen wir im trüben November träumen und zehren werden.

Danke Sommer, das dieses Dein Abschiedskonzert eines der besten seit Jahren war.

Pics SabinChen

Verbotene Früchte schmecken am Besten, Mini Cabrios als Flirtgaranten und die Erkenntnis das in jedem SurferWeib auch der Hang zum Luxus schlummert

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Carry Shaw ist ein Luxusweib, wenn auch nicht nach Inkens  Geschmack, Angelina Jolie ist zumindest eine Luxusmutter, Heidi Klum ist ein charmantes Luxusweib, die Hiltongeschwister sind mindestens 11 Luxusweiber in einer Hülle, Iris Berben ist auch Luxusweib , aber so eines mit Klasse und Inken ? Bis Freitag dachte sie dass ihr Statussymbole, wie Cabriolets noch dazu welche aus den Bayrischen Motorenwerken, absolut egal sind. Zum Glücklichsein braucht Inken 6 Bft, eine saubere Welle, einen weiten Strand und Sonne. Ausgerechnet die Autovermietung belehrte sie nun eines Besseren.

„Inken , es tut uns wirklich leid- aber alle Kleinwagen sind gerade unterwegs. Wir haben nur ein Mini Cabrio auf dem Hof stehen. Würden Sie den auch nehmen am Wochenende? Das kostet Sie nicht mehr als sonst“ Die Filialleiterin der Autovermietung, wo Inken sich, nach dem so schmerzlichen und endgültigen Versagen ihres geliebten Käfer,  für ihre Wochenenden immer kostengünstig Autos mietet, kullert mit ihren großen Augen.  

„Ist das ihr Ernst?“ fragt Inken  zurück. Ihr sind die Preise für ein Cabriolet übers Wochenende durchaus bekannt. Mit 40 Euro kommt da niemand hin.

„Ja! Ich habe kein anderes Auto für Sie“

„Na  dann – habe ich nichts dagegen“ Hört sie sich  antworten und sitzt 10 Minuten später in einem schwarzen Luxusschnittchen. Die Sonne scheint zwar nicht- aber es ist warm und trocken. Also beginnt ihr Freitagmorgen mit einer ‚obenohne’ Fahrt ins Büro. Es ist mit einem Mal, als wäre sie jemand anderes. Offen fahren an einem Freitag um halb neun, wenn die Jungmanager in ihre Büros rasen,  in Hamburg als Mädchen, das ist eine Studie wert. Normalerweise hupen Sie Inken an, wenn sie nicht schnell genug an der auf grün umspringenden Ampel anfährt, Spurwechsel mit einem roten Matiz ist schwierig. In einem Mini Cabrio ist das kein Problem, sie bekommt sogar ein Lächeln. An der dritten Ampel hat sie so sehr Gefallen daran gefunden, da sie einen Umweg ins Büro fährt. Die Bürovorsteherin Frau Krause wird sich sowieso über ihr Zuspät kommen echauffieren, jetzt ist es egal ob sie fünf nach neun oder 15 nach neun an ihrem Schreibtisch sitzt.

 Die Stunden in den heiligen Hallen ziehen sich träger als sonst hin. Sie kann den Feierabend kaum erwarten, noch einmal flirten bitte am heutigen Abend.  Petrus hat was dagegen und als Inken endlich das Büro verlassen kann gießt es aus allen Schleusen im Himmel. So sehr das die City ein Einziges Verkehrchaos  offeriert. Kein Durchkommen zu ihrer Tanzstunde- auf halber Strecke kehrt sie  um. Lädt sich bei Freunden zu einer Kürbissuppe ein, checkt die Windvorhersagen für den Samstag in St. Peter Ording, schlürft ein bisschen Prosecco statt Bier am heutigen Abend und freut sich auf Sonne und offen fahren und ein bisschen kiten am Samstag. Es geht eine Veränderung mit Inken  vor. Bis vor 24 Stunden hätte sie alles für Hackwind am Samstag gegeben, seit heute morgen ist ihr Sonne wichtiger. Außerdem entdeckt sie  einen Hauch Zickengen an sich. Eigentlich ist sie schon im Bett- da steht Inken erneut auf und kramt die Longchamp (Anm. für die Herren, das sind sündhaft teure unnütze Täschchen eines französischen Edellabels ) aus dem Schrank. Man kann ja nie wissen denkt sie sich. Die Begegnung mit ihrem verschollen geglaubten Freund Hinrich vor wenigen Tagen hat Ihr ein bisschen das Gleichgewicht genommen. Wie er da so vor ihr stand, lang und schlacksig und ein wenig überfordert mit der Begegnung.

Ein Wochenende in eine andere Rolle schlüpfen, ein bisschen das Luxusweib heraushängen lassen wird ihre Verwirrung nicht aufheben aber erträglich gestalten. Und vielleicht wird die Verabredung am Samstag mit Hinrich ein schöner Tag.

Zwei Stunden nachdem Inken aus dem Restaurant gestürmt war, rief Hinrich an. „Lass uns treffen, lass uns zusammen kiten gehen und nichts sagen. So wie damals bevor ich einfach verschwand. Lass uns in der Weite von Böhl die Kräfte messen, den Robben hinterherjagen  und Wellen schlitzen. Bitte Inken“

Und Inken? Hin-und her gerissen war sie, einerseits hatte ihr der Freund und der Gefährte gefehlt, nur war Hinrich ein zweites Mal einfach auf und davon gegangen, um irgendein wichtiges Projekt jenseits der Ozeane zu betreuen. Ein weiteres Mal hatte Inken von seinen Plänen erfahren, als er schon längst im Flugzeug saß. Inken wollte Hinrich nie wieder treffen. Andererseits, schlichen sich die Erinnerungen an ihre gemeinsamen Ausflüge ans Meer immer wieder in ihren Kopf, sah sie die wunderbaren Bilder vor ihren Augen. Sie hatte Hinrich die Wellen erklärt, mit Hinrich konnte sie barfuss ums Lagerfeuer tanzen und im Regen, in den Dünen abhängen, nichts sagen oder solange die Nächte durch reden bis zu dem Moment wo die Nacht dem Morgengrauen die Hand reicht und der Sonne das Zepter überlässt. Die besten Tage auf dem Meer hatte sie mit Hinrich verbracht. Inken saß in der Zwickmühle- sagte zu und jetzt Freitagabend kurz bevor sie in ihre Träume abtauchte befand Inken, das das Cabrio und der neu entdeckte Hang zum Luxusweibchen ihr einen guten Schutz vor Hinrichs blauen Augen geben würde.

 Ab Heide fährt sie offen, unter ihrem  Hintern ein Gefährt das alles alleine macht, das Tempo, die Scheinwerfer, das Verdeck- sie  muss sich  um wenig kümmern. Der Wind lässt die Fahnen fröhlich wehen, gute 5 Windstärken aus West hat es, die Sonne strahlt von einem frisch gewaschenen Himmel, Möwen ziehen ihre Kreise, die Sonne kitzelt Inkens Nase. Sie muss nach Husum. Hinrich ist auf einer großen Messe dort und hat sie gebeten sie abzuholen. Pünktlich fährt sie vor. Divengleich entsteigt sie dem Cabrio und lehnt sich ans Auto. Von Hinrich keine Spur. Nervosität macht sich breit, das kennt sie nicht. Wie gut das es die große Sonnenbrille gibt, welche suchende, hektische unsichere Blicke so gut verbergen kann. Klug ist wenn Du trotzdem lachst, hat ihr irgendwann einmal eine der Societyladys erklärt, für die Inken manchmal im Sommer auf deren Gartenpartys kellnert. Es war bedeckt an dem Tag. Die Kundin trug trotzdem Sonnenbrille. Irgendwann fragte Inken sie nach dem Warum. ‚Gut ist, wenn Du trotzdem lachst. Dein Lachen kann gemalt sein, Deinen unsicheren Blick kannst Du nicht manipulieren. Um das zu verbergen gibt es Sonnenbrillen.’

Hinrichs Locken tauchen am Ende der Strasse auf, sein schlacksiger Gang lässt ihn erkennen. Ein Lächeln umspielt seine Lippen, die letzten Schritte rennt er fast auf Inken zu.

„Entschuldige, die Verspätung ein Kunde!“

„Hmmm- wahrscheinlich sehr wichtig“ ist Inkens Antwort.

Wie er da so vor ihr steht, im Anzug, es ist, als ob nicht ein Tag vergangen wäre seit sie das letzte Mal gemeinsam aus den Büros ans Meer flüchteten.

„Lass uns fahren- der Wind soll abnehmen und ich will wenigstens eine Stunde auf dem Meer sein“ sie schiebt die Sonnenbrille auf der Nase zurecht, bedeutet Hinrich Platz zu nehmen und schon braust sie über die Schleuse in Richtung Böhl.

„Wo ist Dein geliebter Käfer hin?“ fragt Hinrich

„Er hat dein Verschwinden mit einem Motorschaden kommentiert“ erwiedert Inken. Schweigen breitet sich im Mini aus, Silje Nergard säuselt ‚Thousand true stories’ aus den Lautsprechern. Es stört beide nicht. Irgendwann fängt Hinrich an zu erzählen, über den Stress im Job, die Komplikationen, ein anstrengendes Leben. Inken hört zu.

An der Überfahrt zum Strand werden sie aufgehalten. „ Kann ihr Auto schwimmen?“

Hinrich und Inken schauen sich lachend an. Wenn der Mann am Kassenhäuschen so etwas sagt, bedeutet das in der Regel, dass der Vollmond und der Wind ein perfektes Duett gespielt und der Böhler Strand total überflutet ist. Inken gibt Gas. Schneller als sonst wird auf der Anhöhe geparkt, der Neo aus dem Kofferraum gezerrt, Kite und Brett von der Rückbank geschnappt. Ein trockenes Plätzchen zum Aufbauen gesucht. Das ganze dauert maximal 15 Minuten. Sie steht vor Hinrich, die Sonnenbrille auf der Nase lacht sie ihn an. Zurrt ihr Trapez fest. „Du Hinrich? Ich hasse es wenn Du einfach verschwindest und ich wollte nie wieder mit Dir zusammen kiten gehen und hmm, danke das Du mich heute hergebeten hast“ Setzt ihm einen Kuss mitten ins Gesicht, bemerkt wie gut das schmeckt, nimmt sich noch einen und startet den Schirm. Verbotene Früchte sind einfach die Besten, denkt sie später draußen irgendwo in Böhl links hinten um die Ecke herum.

Der Wind hält bis in den Sonnenuntergang, ein gemeinsames Bier am Strand, ein gutes Gespräch, satt vom Tag liefert Inken Hinrich wieder bei der Messe ab und lenkt das Cabrio in Richtung große Stadt. Was für ein Tag !

Der Sonntag weckt sie sehr früh mit Regentropfen, die draußen auf den Asphalt platschen. Gerne würde sie sich noch einmal umdrehen und weiterträumen. Aber der Windgott schickt Wellen aus Nordost und da am Nachmittag ein Termin wartet, wird sie ihre rasanten Surfträume für heute in den Schlummermodus legen und schnell an den Brink heizen. Inken hat das Bedürfniss nachzudenken. Es ist grau- so grau. Keine Spur vom gestrigen Sonnenschein. Auf den Strassen das Herbstlaub, angeklebt vom Regen. Kurz hinter Lübeck schüttet es derart, das sie einen Moment versucht ist umzukehren. Die Vorhersagen und das morgens noch studierte Radarbild sorgen dafür, das sie den Gedanken verwirft. In Oldenburg weicht der Regen Nebel- die Luftmassengrenze. Bis kurz vor den Sund kann sie kaum 100m weit schauen, dann lichtet sich das milchige grau in ein einfaches. Am Brink angekommen ist fast niemand dort. Zu zweit erkunden sie die sich an der Sandbank berechenden Wellen. Nordoststurm am Brink weit draußen bietet ein Bild wie Hvide Sande im Herbst- unglaublich. Den ganzen Vormittag spielt Inken mit den Wellen, lässt Luft in ihren Kopf, Freiheit in ihr Herz, spinnt Geschichten und freut sich auf die warme Dusche zu Hause. Es ist kalt geworden, der Herbst streckt seine kalten Finger nach ihr. ‚Heute wird das letzte Mal sein, dass ich barfuß kiten gehen kann. Ich sollte meine Neoprenschuhe suchen und die Sturmhaube, die Handschuhe…’

Spät am Abend sitzt Inken auf ihrem Sofa lässt die letzten Stunden revue passieren. Das Telefon klingelt.

„Inken hier!“

„Hier ist Hinrich.“

„Hey wie geht’s? Wie war es heute auf der Messe?“

„ Ja- ging. Inken ich habe ein Segelschiff gekauft, lass uns die Ozeane erkunden.“

Das Märchen vom geklauten Wind

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Ich bin es leid jeden Mittwoch erneut die Existenz eines Hochdruckgebietes zu verkünden und die Nichtexistenz des Windes zu publizieren. Ich bin es leid jeden Mittwoch dieselbe Satzstellung, wie in den vier vorhergehenden Wochen  zu benutzen.

Stattdessen werde ich Euch ein Märchen erzählen, die Mär warum der Wind verschwand im Sommer 2010.

Update : Sonntag

Achtung!  Es können sich Unwetter ausbilden, die Luft ist irrsinnig labil, sprich feucht, heiss =energiegeladen!

Nordsee : Südost 18 Knoten, rasch über Süd auf SW drehend,Schauer,Gewitter möglich

Ostsee: Südost 14 Knoten, später mehr Süd und Südwest abnehmend.

Der Wind – ein launischer Zeitgenosse, ein einsamer Wanderer auf seinen eigenen Pfaden, seinen eigenen Gesetzen und Regeln folgend, grausamer Pirat im Meer der Hochs und Tiefs, auf der Suche, rastlos und nimmersatt. Er lässt sich nicht fremd bestimmen und regiert wie es ihm gefällt ohne Rücksicht darauf zu nehmen wie wir uns dabei fühlen. Düngt es dem Herrn eine Maid in Island zu besuchen, dann tut er dieses. Spielt ein bisschen mit ihr in den Wellen, trinkt ein Glas Wein mit ihr und geniesst den guten Käse. Ist er Ihrer überdrüssig erfindet er wichtige Termine über dem Balkan und wird ihm dort das Pflaster zu heiss versucht er brünette Schönheiten am Balticum zu becircen. Manchmal gelingt es ihn für eine oder zwei Wochen länger an der Küste festzuhalten, weil er des Reisens müde ist, für eine kleine Weile, er verschnaufen will, einen kurzen Moment sich bedienen und verwöhnen lassen bis der Wind erneut die Autobahn der Isobaren entert und weiter seiner Wege zieht.

Auf der Suche nach der Perfektion, Anerkennung, der perfekten Partitur. Die perfekte Partitur, welche ihm auf ewig die Lobgesänge der Surfer auf der Erde sichern wird. Die Partitur welche den Bariton eines Herbststurmes begleitet, begleitet von einem lupenreinen Swell. Die Surfer beginnen im Lineup vor Ehrfurcht und Glück  zu weinen, Wellenkämme in denen die Sonne ihre Strahlen brechen lässt mit einem Feuerwerk an Millionen Farben. Der Wind ist auf der Suche nach der perfekten Einheit, DER Kombination die alles vereint sauberen, Stakkatofreien Wind und gleichmäßig rollende Wellen. Die perfekte Partitur, könnte er diese den Surfern bringen, sie würden ihm huldigen bis zum jüngsten Tag und er wäre noch mehr Held als er es ohnehin schon ist für die kühlen Blonden in Schweden, die brünetten Schönen am Mittelmeer und in Brasilien, die zurückhaltenden  in Frankreich, die lachenden, frechen an der Nordsee. Ein Traum – ein großer Traum dem der Wind hinterher jagt. Er umgarnt die Menschen in allen Ecken dieser Welt mit seinen Klängen, um ihnen das Geheimnis der perfekten Partitur zu entlocken. Er lässt sich kaufen für schmutzige Jobs um an seine geliebten Informationen zu kommen, um eine Stufe auf der Leiter der Helden nach oben zu klettern. Immer mehr hat der Wind sich in der Vergangenheit in sein egoistisches Ziel verrannt. Auf seinem Weg prellte er die freundliche Sonne, indem er sie belog, er hinterging die funkelnden Sterne, indem er ihnen einen lukrativen Job auf einer  sternenklaren Traumhochzeit vermasselte, weil er sich vom eifersüchtigen Exliebhaber der Braut bestechen  und einfach ein großartiges regengepeitschtes Tiefdruckgebiet über  die feiernden Gäste fegen ließ.

Der Mond schenkte ihm sein Herz und sein staunendes Lachen, er nahm beides und warf es in den Ozean, als er die Chance erhielt sich mit den Lorbeeren des orangen aufgehenden Mondes zu schmücken. Er nahm die Weißheit des Mondes und verkaufte sie der Mafia als seine.  Als der Mond das bemerkte und ihn zur Reden stellen wollte nahm der Wind einen kurzen Anlauf und versteckte sich hinter einem Hurrican über dem Golf von Mexiko.

Vor wenigen Wochen traf er im Norden Dänemarks ein Mädchen, das in den Wellen nach ihrem Freund suchte. Er fand sie sehr süß und säuselte ihr honigtriefende Worte ins Ohr, er schenkte ihr einen Sonnenaufgang, beglückte sie mit fast perfekten Wellen, türkisblauen Kleinoden, er versteckte sein wahres Gesicht hinter einer Maske aus Liebenswürdigkeit, Eleganz und Perfektion. Das Mädchen liebte ihn dafür, für seine Geschichten, sein Wissen, die Weltgewandtheit, sie begann ihm zu vertrauen. Sonne, Mond, Sterne, Wellen, die Möwen sahen ein Unheil nahen und als das Mädchen an einem windlosen Tag einsam in den Dünen lag, da nahmen alle ihren Mut zusammen versammelten sich vor ihr und erklärten ihr die zwei Gesichter des Windes. Den einen Tag umgarnt er Dich, auf der Suche nach dem Rätsel und Schlüssel für seine perfekte Partitur, wird er Deiner überdrüssig , weil Du das Geheimnis auch nicht lüften kannst, Du ihm nicht verhelfen kannst ein noch größerer Held zu werden, dann verrät er Dich und lässt Dich einfach zurück’  Das Mädchen setzte sich erschrocken auf , lauschte , schüttelte ungläubig den blonden Lockenkopf, seufzte, ließ sich alles erneut erklären, konnte nicht recht glauben. Irgendwann begriff sie, denn der Wind war schon auf dem Weg des Rückzuges, weswegen sie heute ja  in den Dünen lag und keine Wellen reiten konnte. Das Mädchen begriff und gemeinsam heckten sie einen Plan aus, wonach der Wind vom Mädchen gerufen wurde- ein letztes Mal gemeinsam die Weite besuchen, nach der Perfektion suchen. Weit draußen verriet sie dem Wind das Geheimnis der perfekten Partitur. Nur sie kennt  das Geheimnis, es liegt in den Pyramiden von Gizeh, weit unten in den Katakomben.

„Du musst dorthin gehen, Du darfst kein Licht mitnehmen von keinem Stern und keinen Strahl der Sonne, auf das milchige Licht des Mondes wirst Du verzichten müssen. Du musst alleine hinab steigen. Dort wirst Du das Geheimnis finden und als Held zurückkehren“

Der Wind , lieber Leser ließ sich das nicht zweimal erklären, gut er ließ es sich zweimal erklären damit er auch ja nicht die falsche Pyramide hinabstieg. Aber dann war er auch schon weggeflogen, schmutzig lachend über die Naivität und Blauäugigkeit des Mädchens da oben am Nordmeer.

Er drehte sich nicht ein einziges Mal um und konnte so auch nicht den nachdenklichen Blick und das beginnende Lächeln um die kecke Nase des Mädchens sehen, hinter ihr die untergehende Sonne, der den Himmel emporkletternde Mond und die ersten Sterne.

Der Wind stieg die Pyramiden hinab und die aufgehende Sonne am kommenden Morgen verschloss diese so fest, das er nicht mehr heraus kann.

Der Leser wird das nicht verstehen, denn das Mädchen dort oben braucht doch den Wind. Klar braucht es den, aber der Wind braucht auch seinen Denkzettel. Die ersten Tage als er merkte das er eingesperrt ist wütete er im Bauch der Pyramide, langsam merkte er das niemand ihn erhört, die Ratten helfen ihm nicht und auch die grossen fetten Spinnen nicht, keine Assel hat Mitleid mit ihm – er ist ganz alleine und wenn die Sonne in Zehn Tagen das Tor wieder öffnet und ihn herauslässt, dann wird er hoffentlich weise geworden sein und wissen was Freunde bedeuten.

In diesem Sinne kite safe fast , live slow und ich wünsche allen einen wunderbaren Hauch Thermik, ein Stück Lachen am Wochenende

Die Suche

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Tom! Tom steht vor ihr. Inkens Gedanken wandern zurück.

Der vierte Tag in Folge mit Wind. Mitunter ein  Konzert von dem Inken sich manche Minute wünschte es wäre weniger laut. Anfangs brüllte der Orkan über den Ozean. Haushoch türmten sich die Wellen. Inken  stand am Strand und suchte nach Tom, schrie die grünblau schimmernden  Monster an.Verzweifelt, ungläubog, auf der Suche.  Sie lief auf und ab und fand kein Muster in den brechenden Ungeheurn. Sich selbst in das Weisswasser zu begeben wäre halsbrecherisch gewesen.Inken hatte Erfahrung mit den Wellen, soviel dass sie genau wusste, wann der Punkt gekommen war, der Natur klein beizugeben. “Habt Ihr Tom gesehen?” Immer und immer wieder schickte sie die Worte in Richtung Meer. Irgendwann sank sie erschöpft auf die Knie, verloren und alleine hockte sie am Strand und liess den Tränen freien Lauf. Ein kleiner Streit, ein Missverständnis, Worte im Zorn und Tom war einfach wieder weg.Die einzige Antwort auf ihre Frage war das Echo das der Orkan ihr zurückgab…Tom, Tom, Tom. Irgendwann war das  Wasser wieder ruhiger, die Wellenkämme niedriger, sanft grummelten sie auf dem Ozean, schlugen träge an den Strand. Inken fuhr die Küste weiter nach Norden hinauf. Jeden Strand, von dem sie glaubte Tom könnte dort in den Wellen zu finden sein, steuerte sie an. Von morgens bis in den Nachmittag hinein war sie in den Wellentälern auf der Suche nach ihm, fuhr die Kämme hinauf, musterte den Horizont, scannte das Meer. Tom fand sie nicht. Abends kehrte sie erschöpft an den Strand zurück.  Legte ihr Material sorgfältig zusammen, zog sich nachdenklich um. Ein einfaches Abendessen, ein Bier im Sonnenuntergang, ging sie den Streit durch. Wer hatte Schuld, wer war ungerecht, warum flogen diese bitteren Worte und warum waren sie beide weggelaufen? Inken ans Meer, nach Ruhe suchen und Tom? Tja keine Ahnung. Als Inken auf seinen Hof fuhr, um sich zu entschuldigen für ihre harten Worte, war die Tür verschlossen, Paulchen der grüne VW Bus nicht da, die Rollläden heruntergelassen und die Margeriten liessen traurig die Köpfe in der Sonne hängen.  Inken dachte, Tom wäre in den Norden gefahren, den weissen Nächten entgegen, wenn die Sonne nicht wirklich untergeht, auf der Suche nach Ruhe in den Wellen. Sie glaubte er wäre dorthin gefahren, um Zwiesprache mit sich und dem Meer zu halten. Jeden Morgen stand sie auf, ging hinunter an Strand, verbrachte den Tag in der Weite des Ozeanes, auf der Suche nach ihrem Weggefährten. Sie liess die Sonne ihre Nase kitzeln und sie liess sie in ihr Herz. Mit dem schwindenden Tageslicht , kehrte sie müde dem Meer den Rücken, legte sich in ihr Zelt und schwor sich  ‘Morgen, morgen finde ich Tom bestimmt- er muss da draussen sein. Das letzte Mal als ich ihn sah ritt er eine Welle. Irgendwo da draussen werde ich ihn wiederfinden.’

Inken fand Tom in diesem Sommer nicht wieder. Die Tage wurden kürzer, die Stürme stärker, Regen setzte ein und zwang sie, wie jeden Herbst, in die Stadt zurück zukehren, sich einen Job zu suchen und den Winter über von Sonne, Sommer, Freiheit und barfuss am Strand zu träumen.

“Inken! Inken?! Hören Sie mir denn gar nicht zu? Also wir beide nehmen ihren Menüvorschlag und eine gute Flasche Barolo dazu. ” Inken löst den Blick von den blauen Augen, schaut auf ihre Gäste, nickt kurz, haucht ein ‘Sehr gerne doch’ dreht sich um und entschwindet in Richtung Küche.

‘Tom. Warum verdammt kreuzt Du immer auf, wenn ich mich nicht wehren kann?’ Fragt sie sich als sie die Bestellung aufgibt. “Warum gehst Du wortlos, warum suche ich Dich einen ganzen langen Sommer, wenn Du mitten im Winter vor mir stehst und nichts sagst? “

Inken biegt um die Ecke in die Küche und ihr Gesicht ist so traurig das der Koch am Pass, im Augenblick als er sie wegen der Extrawünsche in ihrer Bestellung schelten will, verstummt.

Ritsch, ritsch

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ritsch,ritsch- monoton dringt das klägliche Ritsch der Scheibenwischer in seinen Bus. Atemlos hat er sich auf den Sitz geschmissen, nassgeregnet, viel zu spät dran, sitzt er da und starrt in die Dunkelheit hinaus. Munter tanzen dicke Schneeflocken im Licht der Strassenlaterne.  ‘Himmel! Ich muss verrückt gewesen sein, als ich mich entschloss schon im Winter wieder in den Norden zurück zukehren.Der Schnee sollte schon lange in Regen übergegangen sein, aber der Winter will dieses Jahr einfach nicht weichen. Das alles macht keinen Spass.’ Langsam dreht er den Zündschlüssel nach rechts, lauscht dem rostigen Husten von Paul seinem geliebten VWBus. Bariton wie immer, also alles im grünen Bereich bei Paul. ‘Dem ist sicherlich bitterkalt. Wie mir’ denkt er. Ein kurzer Blick die Auffahrt zum Haus hinauf, ein kurzer Blick nach hinten, den ersten Gang und langsam rumpelt Paul auf die Strasse.

“Na dann alter Freund,  lass uns mal ein bisschen spurten, damit wir wenigstens dieses Mal nur 10 Minuten zu spät zu unserem Termin erscheinen.” Liebevoll streicht Tom seinem treuen Gefährten  übers Amaturenbrett und muss schmunzeln. “Nicht mehr lange dann ist Sommer, so ein Sommer wie er dort, wo ich den ganzen Winter verbrachte immer herrscht, so ein Sommer wo wir morgens um 06.00 in der Frühe auf den Weg ans Meer starten, Tage voll mit Lachen und Sonne im Gesicht, Wind im Haar, das Frühstück wird bestimmt vom Ende der ersten Session im Sonnenaufgang, das Abendbrot fischen wir uns selber- Mensch Paul!Hoffentlich ist es bald wieder soweit. Diesen ewigen Schnee ertrage ich nicht mehr lange. es wird kaum hell am Tage und die langen, dunklen Nächte  gespickt mit Arbeit.” Aus dem Lautsprecher des Radios klingt Jack Johnson. Tom’s Gedanken fliegen zurück. Schon vier Wochen ist sein letzter Ausflug auf dem Atlantic her. Eine grandiose Abschiedssession von diesem lieblichen Strand, seinem Strand. Perfekte 18 Knoten und eine sanft rollende Welle, so als wollte ihn diese Seite des Ozeanes ein letztes Mal dazu bewegen, darüber nachzudenken, ob es nicht besser wäre hier zu bleiben. Aber Tom hatte mitten in seinem Projekt Sehnsucht nach der Heimat bekommen. Er war unruhig geworden, streifte ziellos durch die Gassen des Ortes, wenn er nach Feierabend noch ein bisschen sich die Füsse vertreten wollte und den Kopf freibekommen von den Zahlen und Statistiken des Tages. Die Ausflüge auf dem Meer  grandios wie immer, die Delfine lachten mit ihm um die Wette und versuchten zu spielen, die Schildkröten schwammen majestätisch weit unter ihm im Ozean, ab und an sah er einen Rochen. Alles wie immer und er war trotzdem  nicht in der Lage diese Unruhe zu definieren oder abzustreifen.Von heute auf morgen war sie da, eine nie gekannte, nicht weichen wollende Unruhe. Zwei Wochen schaute er das Spiel mit an, versuchte zu sich selbst zurückzufinden und nachts in den Schlaf. Dann hatte er genug und bat darum früher, als sein Vertrag das vorsah, nach Hause fliegen zu können. Er hatte genug Überstunden angesammelt und noch einige Tage Urlaub. Ein intensives Gespräch mit seinen Vorgesetzten und er konnte den Flug buchen, seine wenigen Sachen packen und war jetzt seit einer Woche hier im Winter.

‘Himmel!hätte ich gewusst welche Kälte und was für trübe Tage hier auf mich warten, welch Stress in der Firma- ich hätte es vielleicht gelassen.’ Aus dem Schneegestöber schälen sich die Ausfahrtschilder zum Flughafen- verlockend!

“Na Paul? Was denkst Du? wie lange wird dieser Winter hier noch dauern? Sag schon alter Freund, Du kennst dich doch aus damit! Paul antwortete nicht, mit gleichmässigem Brummen frisst er die Kilometer Richtung Stadt. Tom lauscht den Klängen aus dem alten Radio und lässt seine Gedanken laufen. Der letzte Tag im Süden. Die Sonne ging so sanft auf, wie fast jeden Morgen, die Vorhänge vor seinem Schlafzimmer bauschten sich lockend im Wind, kühl strich die Brise über seine Schultern. Barfuss mit einem Kaffee in der Hand trat er auf die Terasse hinaus, spürte das Holz unter seinen Füssen, genoss den weiten Blick über den Ozean, schnappte sich seine Kitesachen und schlenderte zum Strand. ein perfekter Morgen, ein perfekter letzter Morgen erwartete ihn. Am Abend würde er das Flugzeug besteigen und in den Winter zurückkehren.Er genoss jeden einzelnen Moment, die Minuten während des Aufpumpens des Schirmes, die  des Leinen auslegens, das Anknüpfen der Leinen, das Checken der Sicherheitsvorrichtung, das Starten, wie der Schirm sich erhaben und träge in den Himmel schraubte. Das weiche , klare Wasser, sanfte Wellen in ganz regelmässigen Sets. Stundenlang tobte er sich da draussen auf dem Meer aus, genoss jeden einzelnen Wellenritt , als ob es sein letzter wäre, sog die Farben in sich auf, den Duft der Freiheit. Erschöpft, zufrieden und glücklich kam er irgendwann vom Wasser. Ein letzter Blick über den Ozean, das letzte Mal den Weg zu seiner Finca hinauflaufend, Schirm, Board und Trapez unter den Arm geklemmt. Ein letzter Saft von gepressten Orangen mit einem Spritzer Granatapfel und Limette, ein letztes Mal  die Holzbohlen der Terasse unter seinen Zehen spüren, ein letzter Seufzer, schloss er die Tür ab, schmiss den Schlüssel in den Briefkasten des Vermieters, bestieg den Bus zum Flughafen, ein letztes Mal fuhr er an dem neuen Werk mitten im Nirgendwo vorbei, ein letztes Mal grüsste ihn der zahnlose, immer lachende Pförtner. Tom grüsste zurück als der Bus um die Ecke bog und tauchte ein in den Lärm der Hauptstadt.

Es hupt laut und eindringlich. Tom schreckt hoch, Paul macht einen Satz nach vorne. ‘Verdammt ich habe das Grün der Ampel nicht gesehen. Das ist aber auch ein Stress hier. Alle scheinen irgendwie immer auf der Flucht zu sein. Verdammt!’ Ein Blick auf seine Uhr verrät ihm das er tatsächlich zu spät ist. Schnell schnappt er sich sein Telefon um sich anzukündigen. Der Termin heute abend ist recht wichtig. Tom möchte sich einem neuen, einzigartigen Projekt hier im Norden widmen und der heutige Abend soll ihm helfen einen Fuss in die Tür der Entscheidungsträger zu bekommen. ‘Jetzt nur noch einen Parkplatz für Paul finden, den Schlips um den Hals versuchen zu dekorieren und nett lächeln. Vor ihm stösst eine Limousine aus einer Parklücke, kurz den Blimker gesetzt und Paul platziert. ‘So AltesHaus! Wünsch mir Glück’ raunt er Paulchen zu als er abschliesst, streift mit seinen warmen Fingern wie immer liebevoll über die Aussenspiegel und ist auf dem Weg die Treppen  hinunter in dieses altehrwürdige Restaurant.  Wärme empfängt ihn, altmodische Wärme, ein munteres Stimmengewirr der vielen Gäste, die hier ihren Feierabend beginnen und einen erfolgreichen Tag feiern, Freundinnen , die sich zum Prosecco verabreden, Geschäftsleute die dinnieren, Touristen, den Lonely Planet vor der Nase, Japaner, die jeden einzelnen Kerzenständer und die Stuckdecken fotografieren, wieselnde Kellner, der Duft nach köstlichen Speisen und im Hintergrund irgendwo Musik, übertönt durch die Vielzahl der anderen Geräusche. Am anderen Ende des grossen Saales entdeckt er seineVerabredung, jetzt ist er da und rempelt gegen die Kellnerin am Tisch. gerade will er ‘Entschuldigung’ murmeln. Da dreht sie sich um und schaut ihm geradezu ins Gesicht. Dieses Grün in den Augen, dieser staunende Blick, dieses Glitzern, wenn die Wut und der Trotz sich Bahn brechen, diese feinen Lachfalten, die von so vielen lustigen Geschichten erzählen. Inken!

Dejavús

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Wellenklang II

„Und dann hätte ich im Hauptgang gerne ein Steak. Hmmm welches nehme ich denn? Sie haben aber auch wieder die leckersten Sachen auf der Karte, Inken!”

Inken? Inken?

Inken schreckt hoch. Gedankenverloren hatte sie die vergangenen Minuten auf ihrem Bestellblock herumgekritzelt , weil die Gäste am Tisch vor ihr sich einfach nicht entscheiden konnten zwischen einer Suppe zur Vorspeise oder doch lieber einem Salat, einem Steak danach oder besser Fisch? Inken mochte gar nicht daran denken, welch ein Gezeter in der Küche wieder losbrechen würde, wenn ihr Bestellbon mit diversen Sonderwünschen aus dem Drucker schießt. Ein Lächeln stiehlt sich auf ihre Lippen. Vier Monate ist das her, ihr erster Abend in diesem alteingesessenen, großen und sehr gutem Restaurant, etwas unsicher bewegte sie sich noch durch die riesigen Säle unter dem Rathaus der Stadt. Inken hatte Spaß dort zu arbeiten und wie immer versuchte sie allen Gästen, alle Wünsche zu erfüllen. Das erfreute die Restaurantbesucher sehr, verärgerte allerdings ab und an die Herrschaften Künstler am Herd, denn nicht selten kam eine Bestellung von Inken, die gespickt war mit mehreren ‚Bitte mit viel Soße und bitte rare (blutig) das Steak , aber nicht so rare wie üblich, bitte auch nicht medium rare, den Spitzkohl kann der Koch durch Rotkohl ersetzen und alles ohne Ei’. Für Inken war der Gast König- für die Küche auch, aber nicht um jeden Preis. Schnell verpasste man Inken einen Spitznamen und belächelte ihren Übereifer. An manchen Abenden gar schlossen die Könige der Soßen, Messer und Bratpfannen Wetten ab, wann auch Inken, wie alle anderen Kellner Sonderwünsche einfach überhören würde. Niemand gewann die Wetten, niemand erlebte Inken auch nur einmal unfreundlich oder nicht lächelnd. Nach Silvester hatte die Küche aufgegeben Inken von den Extrabestellungen abzubringen und verlegte sich darauf sie einfach nur zu foppen. Eigentlich mochten sie Inken da in der Küche und eigentlich bewunderten die Jungs Inkens Mut mit einem Drachen und einem Surfbrett sich sogar im grauen Winter auf das Meer zu wagen. Noch mehr Respekt verschaffte Inken sich, als sie eines Tages- das Meer begann in diesem wirklich sehr kalten und schneereichen Winter zuzufrieren – ihr Surfbrett mit einem Snowboard vertauschte und tief verschneite Äcker damit pflügte. Inken wurde nicht müde die Gäste zu hoffieren, denn Inken hatte einen Plan und der erforderte lange, trübe Tage in der Stadt mit nur wenigen Ausflügen ans Meer und einem guten Job, fortdauerndem Lächeln, Erkältungen ignorierend. Inken wollte sich in ein besonderes Abenteuer stürzen, mit einem Jeep neue Welten entdecken, alte Geschichten hören, Legenden erleben, Wellen reiten, Weite geniessen, neue Ufer entdecken – alleine. Lange Monate am und auf dem Meer lagen hinter ihr. Der Sommer war scheinbar nicht enden wollend gewesen, der plötzliche Abschied von den Tagen mit samtenem Wind, barfuss am Strand und dem Lachen auf dem weiten Ozean fiel ihr schwer. War aber nicht zu umgehen. Also suchte Inken sich, wie jeden Winter einen Aushilfsjob in einem Restaurant, damit im kommenden Jahr weitere Abenteuer auf den Meeren der Welt finanziert werden können. ‚Vier lange Monate schleppe ich nun schon dreimal in der Woche die großen Teller hier durch die Katakomben, vier lange Monate schon und der Winter will und will einfach nicht weichen’ . Inken seufzt unmerklich auf, richtet ihren klaren Blick auf die Dame am Tisch.

„Also gut! Ich empfehle Ihnen zur Vorspeise die Petersiliensuppe, diese ist mit einem Hauch Curry und die Petersilie kommt nicht im klassischen Sinne daher, sie wird Ihnen schmecken. Dazu trinken Sie unseren Grauburgunder, der ist frisch genug. Zum Hauptgang dann die Dorade mit den Schwarzwurzeln und dem Risotto, welches unsere Küche nicht mit Weiss- sondern mit Rotwein ablöscht, ein wunderbares Geschmackserlebnis- sie können natürlich beim Weisswein bleiben- unser Merlot passt allerdings wunderbar zu diesem Gericht. Um das Dessert kümmern wir uns später. Was meinen Sie?”

„Hmmm- Inken! Ich vertraue Ihnen wie jedes Mal- geschmeckt hat es mir schlussendlich noch immer und ich werde nicht entscheidungsfreudiger, wenn ich ihre Karte jetzt noch eine halbe Stunde hin- und herwälze. Satt werde ich davon auch nicht. Meine Begleitung wird auch in wenigen Augenblicken hier sein, ….Ach! da kommt er ja schon. Ich denke wir beide nehmen Ihren Menüvorschlag.”

„Gut! Machen wir es doch genauso!” Inken notiert die Bestellungen, schnappt sich die auf dem Tisch liegenden Karten und dreht sich um. Da rempelt sie jemand an und fast über den Haufen. Erschrocken schaut sie auf.

Blaue Augen, dieses Lachen…Blicke wie Schwerter…Tom!

Ein wunderbarer Septembermorgen schiesst Ihr in den Sinn. Sie war zu spät auf dem Weg ins Büro, da rempelte sie Tom an den Landungsbrücken an. Ein langes Jahr, ein melancholisches Jahr lang war sie ohne ihren Gefährten jedes Wochenende, jeden freien Büronachmittag ans Meer gefahren. Hatte ihren alten Käfer mit den Surfsachen gepackt und sich einen einsamen Strand gesucht. Fern von den lauten, überfüllten, beliebten Treffpunkten der Surfer- schnitt sie stundenlang die Wellen, auf der Suche nach – hmmm so genau wusste sie das nicht. War es Freiheit, Weite, mehr Licht, mehr Wind- war es ihr alter Freund, welcher von heute auf morgen einfach nicht mehr auf dem Hof parat stand, wenn sie ihn am Samstagmorgen zum surfen abholen wollte? Sie wusste es nicht. An jenem Morgen im September hing sie ihrem letzten Kiteerlebniss nach. Wenige Stunden zuvor, spät in der Nacht erstwar sie zurückgekehrt vom Meer- zufrieden, seit langer Zeit ausgeglichen und zufrieden. Und keine 12 Stunden später steht Tom plötzlich vor ihr. So als wäre nichts gewesen, er niemals weggegangen. Sie hat ihn nie gefragt, nach dem Warum. Tom war wieder da und sie fuhren die kommenden Monate erneut immer wieder gemeinsam hinaus ans Meer. Lieferten sich Wettrennen, schnappten sich gegenseitig perfekte Wellen weg, fachsimpelten abends am Feuer oder in der Hütte am Kamin über den Tag, einen guten Rotwein trinkend, das gemeinsam zubereitete Steinpilzrisotto oder die Pasta sich munden lassend.

Fortsetzung folgt

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