23. September 2010
Gestern trug ich das letzte Mal in diesem Jahr den geliebten leichten, weissen Rock. Aus kühlem Leinen hat er lange Wochen meine Knie umspielt. Ist mit mir barfüssig in den auslaufenden Wellen am Strand tanzen gewesen. Heute habe ich das letzte Mal in diesem Sommer die schicken FlipFlop über die Füsse gestriffen. Sorgsam, so als könnte ich es nie wieder tun, steckte ich das kostbare Leder zwischen den großen Zeh und seinen Bruder. Ein Sommer, umhüllt von einem besonderen einzigartigen Zauber liegt hinter mir, ich bestaunte Sonnenaufgänge, den vollen Mond, ritt Wellen so rein , sanft und doch stark, ich durchstriff Dänemarks Norden, liess mich in Dünen nieder, feierte die kürzeste Nacht mit einer guten Flasche Rotwein draussen am Meer, traf Meermenschen und lauschte Geschichten, lachte, tanzte, kehrte jedes Wochenende der staubigen, lauten Stadt den Rücken, ich schnitt mir ein Stück vom Kuchen der Piraten, liess mich auf Segelschiffen entschleunigen, tauchte ein in die Einzigartigkeit der Weite unserer Meere. Jetzt wird es Herbst- Spinnenweben glänzen den ganzen langen Vormittag schwer vom Tau in der milden Sonne, der Nebel verweilt länger als sonst in den Auen der Flüsse und den Tälern, die Sicht ist weniger klar, der Horizont weich gezeichnet. Und egal wie kalt und laut seine Wind und Sturmkonzerte werden- ich habe den vergangenen Sommer genossen, mit jedem Atemzug, jedem Muskel, jedem Zentimeter Haut, mit allen Sinnen und seine Begegnungen tief in meinem Herzen eingeschlossen. Und immer , wenn ich einen Hauch Wärme benötige, krame ich die Erinnerungen hervor und lasse die bunten Bilder vor meinen Augen tanzen.
Eine flache Störung nistet sich in der deutschen Bucht ein. Da wir bis Samstagabend also wenig Luftdruckgegensätze zu erwarten haben und auch kaum Kaltluft in der Höhe, fehlt dem Wind die Energie. Nach seinem grandiosen Konzert in der vergangenen Woche sei es ihm vergönnt!
Am Sonntag spielt er dann auf aus Nordost, kalt wird er uns begrüßen und uns eine Ahnung davon geben, was uns im November erwartet, dann- wenn er mit 7 Windstärken über die Meere fegt, Wellen so perfekt, gewaltig einzigartig, kristallklar formt, das wir in Ehrfurcht erstarren und nach der Session den Strand küssen. Dann wenn wir Handschuhe tragen und Hauben und rot gefrorene Nasen unser liebstes Schminkutensil sind.
Details:
Nordsee:
Freitag: von Südost über Süd auf Südwest drehender Wind maximal 10 Knoten, vereinzelt etwas Regen, 18 Grad die Luft, 15 das Wasser
Samstag: Nordwest 12 – 16 Knoten, am Vormittag abnehmend, gegen Abend auf Nordost drehend und erneut zunehmend , etwas Regen, 16 Grad die Luft, 15 das Wasser
Sonntag : Nordost 16 Knoten, im Tagesverlauf zunehmend auf 18 – 20 Knoten, einzelne Schauer, 14 Grad Celsius die Luft, 15 Grad das Wasser
Ostsee:
Freitag: südliche Richtungen 8 Knoten, etwas Regen möglich, 18 Grad Celsius die Luft, 14 Grad das Wasser
Samstag: im Tagesverlauf über Nordwest und Nord auf Nordost drehender Wind, langsam zunehmend von 12 Knoten auf 14 Knoten am Nachmittag, ein paar Schauer am Start, Lufttemperatur 16 Grad, Wasser 14
Sonntag: Nordost mit 16 Knoten am Morgen, am Tage zunehmend auf 20 Knoten und vielleicht hier und da an exponierten Ostwindspots die 25 Knoten erreichend, Temperaturen der Luft: 14 Grad, Wasser 14 Grad.
Holländische Küste:
Samstag: Nordnordwest mit 16 Knoten, gegen Mittag nahe 20 Knoten, später wieder abnehmend, etwas Regen
Sonntag: kein beeindruckender Wind
Aufgrund der Tatsache das dieses Tief etwas launisch ist- gebe ich für keinen Spot und für keinen Tag so recht die Hoffnung auf. Leider kann es auch sein, das der Sonntag Windtechnisch ins Wasser fällt.
Kite safe and fast- wir sehen uns in diesem Herbst auf dem Wasser.
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